Unsere Hilfe in Lesotho

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Nach fast einem Jahrzehnt stellte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Lesotho ein und übergab alle Projekte im November 2015 an die Behörden.

Die Hilfe in Lesotho im Einzelnen (Auszug):

  • Lesotho ist ein gebirgiges Binnenland, das nur über wenige Straßen verfügt. Viele Menschen haben kaum Zugang zu medizinischer Hilfe in Lesotho, da sie die Kosten für die Fahrt in die Klinik nicht tragen können. Zudem gibt es im Land einen Engpass an ausgebildeten medizinischen Fachkräften. 
  • Während der fast zehnjährigen Projektzeit im Land fokussierte Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten vor allem auf die kostenlose Mütterversorgung sowie auf Familienplanung und die Behandlung von HIV. HIV ist eine sehr häufige Erkrankung in Lesotho: 27 Prozent der Schwangeren sind infiziert, oft leiden sie gleichzeitig auch an Tuberkulose. Diese Begleiterkrankung trägt zur hohen Müttersterblichkeitsrate bei.
  • Im Rahmen der Hilfe in Lesotho boten die Teams auch Familienplanung sowie vor- und nachgeburtliche Versorgung im St. Josef-Bezirkskrankenhaus in Roma, in sechs Gesundheitszentren im Tiefland und in drei Kliniken in der entlegenen Stadt Semonkong an.
  • Innerhalb eines Jahres, nachdem Ärzte ohne Grenzen alle Kosten für die vorgeburtliche Versorgung und Entbindung im St. Josef-Krankenhaus übernommen hatte, war die Anzahl der dort entbindenden Frauen um 45 Prozent gestiegen. Im Jahr 2015 wurden monatlich rund 130 Babys entbunden.
  • Die Hilfe in Lesotho umfasste für Ärzte ohne Grenzen auch das Training und Mentoring des Gesundheitspersonals in den unterstützten Einrichtungen.  Die lokalen Fachkräfte lernten, wie sie die Patienten, die gleichzeitig mit HIV und Tuberkulose infiziert waren, integriert versorgen konnten. Lokale Berater und Gemeindegesundheitshelfer starteten und begleiteten die antiretrovirale Behandlung (ART). Die Viruslastüberprüfung wurde zudem ausgeweitet, und Laien-Berater wurden geschult, um die Therapietreue bei den Patienten zu erhöhen: Sie klärten die Patienten und Patientinnen über die große Bedeutung der regelmäßigen Einnahme der antiretroviralen Medikamente auf. Diese Strategie war erfolgreich: Als Ärzte ohne Grenzen das Land verließ, hatten mehr als 80 Prozent der Patienten, die antiretrovirale Medikamente der ersten Therapielinie einnahmen, eine starke Reduktion der Viruslast erreicht.
  • Das Kinderhilfswerk UNICEF hat mittlerweile die Finanzierung der kostenlosen Mütterversorgung im St. Josef-Krankenhaus übernommen. Trotz der Beendigung aller Projekte setzt sich Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Lesotho weiterhin dafür ein, dass die Mütterversorgung auf nationaler Ebene kostenlos angeboten wird.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2006 Hilfe in Lesotho an.