Unsere Hilfe in Kroatien

Teil unserer Hilfe in Kroatien war eine Klinik, die wir in einem Transitzentrum nahe Tovarnik an der serbischen Grenze betrieben. Teams von Ärzte ohne Grenzen versorgten dort Flüchtlinge auf der Durchreise nach Ungarn. Täglich kamen bis zu 5.000 Menschen in die Klink. 

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete 2015 medizinische Hilfe in Kroatien: Viele Flüchtlinge und Migranten reisten nach ihrer Ankunft in Griechenland über die Balkanroute weiter, die unter anderen durch Kroatien, Slowenien und Ungarn führte. Sie hofften, vor allem in westeuropäischen Ländern Zuflucht zu finden.

Unsere Hilfe in Kroatien im Einzelnen (Auszug):

  • Im Jahr 2015 leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe in Kroatien und Slowenien. Im September und Oktober kamen täglich zwischen 10.000 und 15.000 Menschen in beiden Ländern an, darunter viele Familien. Da es keine Koordinierung zwischen den beiden Staaten gab, waren die Aufnahmezentren in Slowenien schnell überfüllt. Sie konnten den ersten Ansturm der Flüchtlinge kaum bewältigen. Ärzte ohne Grenzen unterstützte im Rahmen der Hilfe in Slowenien das Gesundheitsministerium im Transitzentrum in Brežice, an der slowenischen Grenze zu Kroatien. Die Teams leisteten hier im Oktober und November rund um die Uhr medizinische Hilfe für die Menschen, die nach Slowenien kamen, bis von Kroatien aus organisierte Züge sie direkt an die slowenisch-österreichische Grenze brachten. Von dort aus sollten sie ihre Reise fortsetzen. 
  • Im Rahmen der Hilfe in Kroatien arbeitete Ärzte ohne Grenzen in einer Klinik, die in einem Transitzentrum rund 15 Kilometer von Tovarnik entfernt lag, nahe der Grenze zu Serbien. Die Teams versorgten dort die Flüchtlinge, die auf ihre Weiterfahrt nach Ungarn warteten. Bis zu 5.000 Menschen nahmen täglich die Hilfe in der Klink in Anspruch. 
     
  • Im September setzte Ärzte ohne Grenzen eine mobile Klinik in der ungarischen Grenzstadt Röszke ein, wo 2.000 bis 4.000 Menschen täglich von Serbien aus ankamen. Vier Tage lang leisteten die Teams diese Hilfe in Ungarn für 400 Menschen, bis ein Zaun errichtet und die Grenze am 14. September 2015 geschlossen wurde. Die ankommenden Menschen wurden daraufhin nach Kroatien umgeleitet, bis auch diese Grenze am 17. Oktober geschlossen wurde und die Menschen nach Slowenien umgelenkt wurden. Die meisten Patienten in Röszke waren Kinder mit Atemwegsinfektionen, Schwangere und Männer mit infizierten Wunden. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Kroatien als Teil des ehemaligen Jugoslawien an.