Unsere Hilfe in El Salvador

In El Salvador helfen wir mit mobilen Teams und mobilen Kliniken. Viele Menschen scheuen den Weg zum Arzt, denn sie haben Angst, von gewalttätigen Banden angegriffen zu werden.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Seit 2018 leistet Ärzte ohne Grenzen erstmals mit festen Teams Hilfe in El Salvador. Dadurch sollen gefährdete Bevölkerungsgruppen einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Das Land hat infolge von Konflikten zwischen Banden und Sicherheitskräften eine sehr hohe Kriminalitäts- und Gewaltrate mit beträchtlichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und den Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Unsere Hilfe in El Salvador im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen arbeitet im Rahmen der Hilfe in El Salvador mit mobile Teams und interdisziplinärer Ausrichtung. Denn viele Menschen fürchten sich davor, auf dem Weg zu Gesundheitseinrichtungen angegriffen zu werden. Schwerpunkte der Arbeit sind medizinische Grundversorgung, sexuelle und reproduktive Gesundheit und klinische Psychologie.
  • Aktuell sind die Teams in mehreren Gemeinden und Siedlungen in der Hauptstadt San Salvador und im Norden der Stadt Soyapango tätig. Die 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dort eng mit Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens zusammen. Sie sind in Soyapango zunehmend auf den Straßen präsent und von der salvadorianischen Bevölkerung akzeptiert. Dies hat es dem Gesundheitsministerium leichter gemacht, Aktivitäten wie Impfkampagnen und Vorsorgeuntersuchungen für Krankheiten wiederaufzunehmen, die in den Gebieten Bosques del Río, Río Las Cañas und Margaritas aufgrund unsicherer Bedingungen eingestellt worden waren.
  • 2018 hat Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in El Salvador bislang 4.167 medizinische Konsultationen in San Salvador und Soyapango angeboten. Der Großteil der Patienten wurde aufgrund chronischer Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck sowie wegen Atemwegsinfektionen, Geschwüren, Magenschmerzen oder Durchfall behandelt.
  • Im August 2018 begann Ärzte ohne Grenzen, den Rettungsdienst „Comandos de Salvamento“ zu unterstützen. Der Rettungsdienst transportiert Patienten, die in stark von Gewalt betroffenen Stadtteilen leben, in die Krankenhäuser nach Soyaponga, Ilopango und San Salvador. Bislang waren die beiden Rettungswagen 248 Mal im Einsatz – die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen werden dabei immer von einem Freiwilligen von „Comandos de Salvamento“ begleitet. Die überwiegende Mehrheit der Patienten benötigte eine Notfallversorgung.
  • Ärzte ohne Grenzen hat im Rahmen der Hilfe in El Salvador eine breit angelegte Initiative zur psychosozialen Hilfe gestartet. Die Teams machen Gemeindearbeit und betreiben Gesundheitsaufklärung. Ziel ist es, ein gesundheitsförderlicheres Klima zu schaffen und das soziale Gefüge zu stärken. Insbesondere junge Menschen werden darüber informiert, wie sie unerwünschte Schwangerschaften vorbeugen können und wie wichtig es ist, innerhalb von 72 Stunden nach einem sexuellen Übergriff spezialisierte Hilfe zu erhalten. 2018 haben die Teams bereits 951 Konsultationen angeboten und 11 Überlebenden sexueller Gewalt psychologische Untrstützung ermöglicht. Aktuell prüft Ärzte ohne Grenzen Möglichkeiten, die Hilfe in El Salvador auf andere Bereiche auszuweiten und auch Migranten und Flüchtlinge medizinisch und psychologisch zu unterstützen.

In der Vergangenheit hat Ärzte ohne Grenzen bereits mehrfach Hilfe in El Salvador geleistet, so etwa während des bewaffneten Konflikts in den 1980er Jahren und bei Noteinsätzen nach den Wirbelstürmen Mitch im Jahr 1998 und Ida 2009.