Spanien: Umfangreiche Hilfe in der ersten schwierigsten Phase von Covid-19 beendet

Turnhallen haben wir in Spanien genutzt, um die Bettenkapazität von Krankenhäusern zu erhöhen. Außerdem haben wir 500 Pflegeheime unterstützt. Diese direkte Hilfe beenden wir nun, auf Anfrage beraten wir aber weiterhin.

Aktuelle Informationen zu unserem Einsatz aufgrund der Coronavirus-Pandemie finden Sie hier.

Im von der Coronavirus-Pandemie zunächst besonders hart getroffenen Spanien haben wir die Menschen mehr als zwei Monate in der kritischsten Phase des Ausbruchs unterstützt. Nun beenden wir unseren direkten Einsatz dort, stehen aber bei Bedarf für Beratung zur Verfügung. Unsere weltweiten Aktivitäten gegen Covid-19 setzen wir in rund 70 Ländern fort. In Spanien haben unsere Teams bei der Planung von 30 und der Einrichtung von vier Krankenhaus-Einheiten mit insgesamt 360 Betten in Madrid und Barcelona geholfen. Wir haben Pflegeheime für ältere Menschen umfassend beraten und bei der Infektionsprävention aktiv geholfen. Außerdem boten wir - beispielsweise im Baskenland -, psychologische Hilfe für das Gesundheitspersonal an. 

In der schwierigsten Phase zu Beginn der Coronavirus-Pandemie in Spanien unterstützen wir das dortige Gesundheitssystem, das sich am Rand des Zusammenbruchs befand. Da diese Phase nun überwunden ist, richten wir unsere Kapazitäten neu aus und setzen sie an Orten außerhalb des Landes ein, wo dringender Hilfe gebraucht wird. Wir erneuern aber unseren Aufruf an die spanischen Behörden, wachsam zu bleiben und die notwendigen Ressourcen zu investieren, um neue Ausbrüche zu vermeiden. Wir betonen aufgrund unserer Erfahrungen vor Ort, dass auf die Bedürfnisse älterer Menschen in den Pflegeheimen mit größtmöglicher Sorgfalt eingegangen werden muss. Auch der Schutz des Personals und die Aufmerksamkeit für dessen psychische Belastung müssen Priorität haben.

"Die Wahrung der Würde der schwächsten Menschen muss unser gemeinsames Ziel sein"

„Allen ist jetzt bewusst, was diese Epidemie für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen in Pflegeheimen bedeutet. Es wäre nicht hinnehmbar, wenn unser System jetzt nicht besser darauf vorbereitet wäre, tragische Situationen und Todesfälle zu vermeiden. Die Wahrung der Würde der schwächsten Menschen in unserer Gesellschaft muss unser gemeinsames Ziel sein“, sagt David Noguera, Präsident von Ärzte ohne Grenzen in Spanien.

Eine der Hauptaufgaben während unserer Arbeit im Covid-19-Einsatz war es, technisch zu beraten und das Pflegeheimpersonal zu schulen. Dies hatte zum Ziel, die Pflege der Bewohner*innen zu verbessern. Wir haben mehr als 500 Pflegeheime persönlich und mit Aktivitäten aus der Ferne unterstützt und Tausenden von Fachkräften bei der Erfüllung ihrer Aufgaben geholfen. Wir haben kostenlos beraten und eine Website mit zahlreichen Dokumenten – darunter auch solche zur Infektionskontrolle - für Verwaltungs- und Fachkräfte eingerichtet. Das Angebot bleibt online, und bei Bedarf bieten wir auch weiterhin spezifische Beratung an.

„Es war ein Privileg, in Spanien zu arbeiten und unsere Erfahrung zu nutzen, um das medizinische und pflegende Personal zu unterstützen, das in dieser sehr schwierigen Situation das Beste gibt“, sagt Paula Farias, unsere Koordinatorin in der Region Madrid.