Unsere Hilfe in Kambodscha

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Zur Hilfe in Kambodscha gehörte für Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2015 vor allem die Eröffnung eines neuen Projekts in der Provinz Preah Vihear. Dabei ging es um die Prävention, die Untersuchung mit modernen Diagnostika und die Behandlung von Artemisinin-resistenten Malariaformen.

Unsere Hilfe in Kambodscha im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2015 die Hilfe in Kambodscha auf die Bekämpfung dieser resistenten Malariaformen, da in bestimmten Teilen Kambodschas Resistenzen gegen Artemisinin, dem derzeit wirksamsten Antimalaria-Wirkstoff, festgestellt wurden. Das bedeutet, dass die Krankheit in diesen Gebieten zunehmend schwierig zu behandeln und auszurotten sein wird. Wenn sich die resistent gewordenen Parasiten zudem jenseits der Mekong-Region ausbreiteten und andere Teile Asiens oder Afrikas erreichten, würden sie eine riesige Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen. Dies war bereits bei früheren Antimalaria-Mitteln der Fall: Die Parasiten wurden gegen die Wirkstoffe resistent.
  • Zur Hilfe in Kambodscha gehörte 2015 für Ärzte ohne Grenzen daher die Eröffnung eines Projekts in der Provinz Preah Vihear, in der Resistenzen gegen Artemisinin bereits nachgewiesen wurden. Es handelt sich dabei um eine unterentwickelte und entlegene Grenzregion, in der Bevölkerungsbewegungen und eine mangelnde Gesundheitsversorgung ungünstige Faktoren für die Kontrolle von Malaria darstellen. Das neue Projekt fokussiert sich auf die gefährdetsten Gruppen, soll feststellen, wie resistente Malaria übertragen wird und welche Strategien zur Ausrottung der Krankheit vor Ort beitragen können. Während des Jahres kooperierte Ärzte ohne Grenzen mit dem Gesundheitsministerium und den Gemeinden, um die Menschen aufzuklären und Krankheitsfälle zu ermitteln.
  • 2015 beendete Ärzte ohne Grenzen zudem die Hilfe in Kambodscha, die auf die Behandlung von Tuberkulose (TB) zielte. So wurde das letzte umfassende TB-Programm in der Provinz Kampong Cham an die Gesundheitsbehörden und andere Organisationen übergeben. Dazu gehörten auch die Aktivitäten in Cheung Prey. Das Team übergab alle Ressourcen, die für die Untersuchung, Ermittlung von TB-Fällen, Behandlung und Nachsorge der Tuberkulose-Patientinnen und Patienten notwendig waren. Das Projekt wurde Ende 2015 geschlossen. Die Beendigung der Patienten-Nachsorge ist für Juni 2016 geplant.
  • Die Teams führten im Jahr 2015 zudem in den Bezirken Tboung Khmum und Krouch Chhmar drei Runden durch, um aktiv TB-Fälle zu ermitteln.
  • Auch wenn Ärzte ohne Grenzen die TB-Hilfe in Kambodscha beendete, so erzielten die Teams eine Vereinbarung mit den Gesundheitsbehörden, um 2016 ein Hepatitis-C-Programm zu starten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1979 Hilfe in Kambodscha an.