Unsere Hilfe in Guinea-Bissau

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen fokussierte im Jahr 2015 die Hilfe in Guinea-Bissau auf die medizinische Versorgung von Kindern, da die Sterblichkeitsraten ein inakzeptabel hohes Maß erreichten.

Unsere Hilfe für Guinea-Bissau im Einzelnen (Auszug):

  • Aufgrund der politischen Instabilität und des chronischen Scheiterns staatlicher Einrichtungen zählt Guinea-Bissau zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern weltweit. Das öffentliche Gesundheitssystem funktioniert nur schlecht. Viele Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Hilfe in Guinea-Bissau. Dies führt besonders bei Frauen und Kindern zu hohen Sterblichkeitsraten.
    Im Jahr 2015 betreute Ärzte ohne Grenzen daher die pädiatrische Abteilung des Regionalkrankenhauses in der zentralen Region Bafatá. Da die Bevölkerung in diesem Gebiet weit verstreut lebt, arbeiteten die Teams auch in vier ländlichen Gesundheitszentren. Es sollte sichergestellt werden, dass die Kinder schnell diagnostiziert und behandelt wurden, die weit vom nächsten Krankenhaus entfernt wohnten. Die Teams verbesserten im Rahmen der Hilfe in Guinea-Bissau auch das Überweisungssystem für pädiatrische Fälle, so dass diese bei Bedarf ins Krankenhaus aufgenommen werden konnten. Ärzte ohne Grenzen führte mehr als 30.000 Sprechstunden für Kinder unter fünf Jahren durch. Zwischen September und Dezember 2015 erkrankten viele Kinder an Malaria, da es zu dieser Zeit zu einem außergewöhnlich hohen Anstieg an Malaria-Fällen kam.   
  • Im Juli unterstützten die Teams die Gesundheitsbehörden bei der Reaktion auf einen Masern-Ausbruch in der Region Bafatá. Die Teams impften im Rahmen der Hilfe in Guinea-Bissau mehr als 28.500 Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren gegen Masern.
  • Da Cholera im Land endemisch ist, kam es in den vergangenen zehn Jahren wiederholt zu zahlreichen Ausbrüchen, vor allem in der Hauptstadt Bissau. Zwischen Juli und Dezember 2015 starteten die Teams mehrere Aufklärungskampagnen in der Stadt, um die Bevölkerung darüber zu informieren, wie sie sich gegen die Krankheit schützen kann. Während dieser Zeit führten sie für Fachkräfte des Gesundheitsministeriums auch Trainingskurse zur Cholera-Behandlung sowie zu Wasser- und Sanitär-Protokollen durch. 
     
  • Angesichts der anhaltenden Ebola-Epidemie im benachbarten Guinea weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Guinea-Bissau im Jahr 2015 auf die Vorbereitung eines nationalen Ebola-Reaktionsplans aus.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1998 Hilfe in Guinea-Bissau an.