Unsere Hilfe in Guinea-Bissau

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen fokussierte im Jahr 2016 die Hilfe in Guinea-Bissau auf die medizinische Versorgung von Kindern und die Behandlung von Malaria. Das Land gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern weltweit. Die anhaltende politische Instabilität schwächte zudem das ohnehin instabile Gesundheitssystem.

Die Hilfe in Guinea-Bissau im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen konzentrierte die medizinische Hilfe in Guinea-Bissau im Jahr 2016 weiterhin auf die Verringerung der Kindersterblichkeit. In der zentralen Region Batafa betreuten die Teams im Regionalkrankenhaus die Säuglingsstation, die Pädiatrie und ein Ernährungsprogramm für Kinder unter 15 Jahren. Zudem unterstützten sie mehrere Gesundheitszentren in ländlichen Gebieten und schulten Gemeindegesundheitshelfer in der Diagnose und Behandlung von Durchfallerkrankungen, Malaria, akuten Atemwegsinfektionen sowie in der Überweisung von mangelernährten Patientinnen und Patienten. Ärzte ohne Grenzen errichtete auch ein Überweisungssystem von den Gemeinden ins Krankenhaus.
  • Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe in Guinea-Bissau war die Bekämpfung von Malaria: Zum saisonalen Höhepunkt der Epidemie verdoppelten die Teams die Anzahl der Betten im Regionalkrankenhaus. Als vorbeugende Maßnahme führten sie erstmals im Land die saisonale Malaria-Chemoprävention durch, mit der sie 25.000 Kinder erreichten. Da Malaria eine der häufigsten Krankheiten landesweit ist, werden viele Kinder mit Fieber falsch diagnostiziert und generell mit Antimalariamitteln behandelt. Um dies zu verhindern, startete Ärzte ohne Grenzen eine Studie, um die epidemiologischen Profile der Krankheiten in Batafa zu dokumentieren und ein einfaches Behandlungsschema zu entwickeln, das es den medizinischen Fachkräften erlaubt, Kinderkrankheiten richtig zu diagnostizieren und wirksam zu behandeln.
  • Ab Februar 2016 weitete Ärzte ohne Grenzen die medizinische Hilfe in Guinea-Bissau auf das wichtigste Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Bissau aus. Die Teams betreuten dort die Intensivstation rund um die Uhr. Sie arbeiteten eng mit dem öffentlichen Gesundheitspersonal zusammen, um die sehr hohe Kindersterblichkeitsrate auf der Intensivstation zu verringern. Die Ursachen hierfür lagen in häufigen Blutvergiftungen bei Neugeborenen, Infektionen der unteren Atemwege und Malaria. Diese Hilfe in Guinea-Bissau wird auch 2017 fortgeführt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1998 Hilfe Guinea-Bissau an.