Unsere Hilfe in Bolivien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2015 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Bolivien darauf, gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium die Behandlungsstrategie für die parasitäre Erkrankung Chagas in die Basisgesundheitsversorgung zu integrieren. Zudem verbesserten die Mitarbeiter den Behandlungszugang für Patienten, die unter sekundären Komplikationen der Krankheit leiden, indem sie die medizinischen Fachkräfte im frühzeitigen Erkennen von Chagas schulten.

Unsere Hilfe in Bolivien im Einzelnen (Auszug):

  • Chuquisaca ist landesweit einer der Verwaltungsbezirke mit der höchsten Verbreitung der Krankheit Chagas: Zurzeit erkranken dort rund 70 Prozent der Bevölkerung. Die Hilfe in Bolivien begann im Jahr 2015 mit der zweiten Projektphase im ländlich gelegenen Bezirk Monteagudo. Ärzte ohne Grenzen stellte Personal ein und trainierte es für die Arbeit in den 17 Basisgesundheitszentren des Bezirks. Die Patienten erhielten eine kostenlose Diagnose und Behandlung. Die Teams untersuchten insgesamt 3.286 Personen auf Chagas, wobei 1.186 Patienten positiv auf den Erreger diagnostiziert wurden. 224 Patienten begannen daraufhin mit der Therapie. 
  • Für Ärzte ohne Grenzen umfasste die Hilfe in Bolivien auch die Zusammenarbeit mit dem Nationalen Chagas-Behandlungsprogramm, um die epidemiologische Überwachung zu stärken. Dafür wurden vor Ort Freiwillige trainiert. Zudem wurden die Häuser der Bewohner mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel besprüht. Die Raubwanze (Triatoma infestans), die Chagas überträgt, lebt in den Wandritzen und Dächern der ländlichen Lehmhütten.
  • 2015 testete Ärzte ohne Grenzen darüber hinaus EMOCHA, eine elektronische Überwachungs-App: Sobald ein Raubwanzen-Befall festgestellt wird, schickt ein freiwilliger Mitarbeiter eine kostenlose SMS an ein zentrales Informationssystem. Daraufhin wird ein Vektorkontrollteam entsandt. Da sich diese Art der Hilfe in Bolivien als erfolgreich erwiesen hat, wird EMOCHA Anfang 2016 auch in Aiquile, Omereque und Pasorapa, Provinz Campero, eingeführt werden. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Bolivien an.