Unsere Hilfe in Bolivien

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Bolivien konzentriert sich auf die Behandlung von Chagas, einer Krankheit, die tödlich enden kann. Hier informiert unser Team die Bewohner und Bewohnerinnen in der Gemeinde Kochapata.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2016 beendete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Bolivien. Dies betraf die Aktivitäten im städtischen Bezirk Monteagudo. Dabei übergaben die Teams dem Gesundheitsministerium ein umfassendes Behandlungshandbuch zur Versorgung von Chagas-Patienten in ländlichen Gebieten.

Die Hilfe für Bolivien im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen begann im Jahr 2016 damit, die Hilfe in Bolivien herunterzufahren. Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden hatte das Team im Projekt in Monteagudo, Provinz Chuquisaca, eine ganzheitliche Chagas-Behandlungs- und Präventionsstrategie in öffentlichen Einrichtungen eingeführt. Bolivien ist weiterhin das Land mit dem weltweit höchsten Vorkommen an Chagas-Erkrankungen. Die Tropenkrankheit ist in 60 Prozent des Landes endemisch, und das Ansteckungsrisiko betrifft rund 4,5 Millionen Menschen.
  • Im Verlauf dieser Hilfe in Bolivien führten die Teams im Jahr 2016 Trainings in den Gemeinden sowie Aufklärungsaktivitäten für Gesundheitspersonal in städtischen und ländlichen Gemeinden zur ganzheitlichen Versorgung der Patienten durch. Sie schulten die medizinischen Fachkräfte in 17 Gesundheitszentren in diesem Gebiet. Auf diese Weise wurden 1.094 Chagas-Fälle entdeckt. 445 Patientinnen und Patienten schlossen die Behandlung ab.
  • Die Raubwanze (Triatoma infestans), die Chagas überträgt, lebt in den Wandritzen und Dächern der ländlichen Lehmhütten. Im Zuge der Hilfe in Bolivien führte Ärzte ohne Grenzen in drei Städten eine Handy-App ein. Sobald ein Raubwanzen-Befall festgestellt wird, kann der Ort des „Käferkusses“ per SMS an ein zentrales Informationssystem mitgeteilt werden. Daraufhin wird ein Vektorkontrollteam entsandt, das den Befall bekämpft.
  • Das Praxis-Behandlungshandbuch, das Ärzte ohne Grenzen entwickelt hat, soll den städtischen Gesundheitsbehörden und dem Nationalen Chagas-Bekämpfungsprogramm dienen, um die Krankheit zu besiegen. Es kann als Referenzdokument in anderen endemischen Regionen des Landes benutzt werden und basiert auf den Erfahrungen von Ärzte ohne Grenzen bei der Umsetzung des umfassenden Versorgungsmodells in Monteagudo. Die Hilfe in Bolivien wird somit zwar beendet, doch das Wissen bleibt erhalten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Bolivien an.