Demokratische Republik Kongo

Teams von Ärzte ohne Grenzen versorgen Flüchtende in Nord-Kivu - Es fehlt an medizinischer Hilfe, Nahrung, Unterkünften und sauberem Wasser

Warten auf Hilfe im Vertriebenenlager in Kibati.

Ärzte ohne Grenzen leistet in der Stadt Goma sowie anderen Orten und Lagern in der umkämpften Region Nord-Kivu weiterhin Hilfe. Insgesamt sind mehr als 700 Mitarbeiter vor Ort aktiv. Die Teams sind extrem besorgt um Hunderttausende Menschen, die durch die aktuellen Kämpfe vertrieben wurden. Die Vertriebenen aber auch die lokale Bevölkerung haben nicht genug medizinische Hilfe, Nahrung, Unterkünfte und sauberes Wasser. In der gesamten Region behandelt Ärzte ohne Grenzen Cholera-Patienten. Durch die Kämpfe ist das Krankheitsrisiko gestiegen: Die Sanitärsituation ist mangelhaft, es fehlt an sauberem Wasser, die Bevölkerung ist ständig in Bewegung und die Vertriebenenlager sind überfüllt.

In Kibati, nördlich der Provinzhauptstadt Goma, wurden am Dientag zehn neue Cholera-Fälle gemeldet. Am vergangenen Wochenende waren 48 Fälle behandelt worden. In Teilen Nord-Kivus kommt es immer wieder zu Fällen von Cholera. Von Januar bis September diesen Jahres versorgte Ärzte ohne Grenzen in der Gegend südlich und westlich von Kibati insgesamt 1480 Menschen mit der schweren Durchfallerkrankung. Im gleichen Zeitraum wurden in Rutshuru 1469 und in Mweso und Kitchanga 851 Cholera-Fälle behandelt.

In der Stadt Rutshuru ist Ärzte ohne Grenzen derzeit die einzige internationale Hilfsorganisation. Die Mitarbeiter arbeiten im dortigen Krankenhaus und versuchen die Lücken zu schließen, die andere Hilfsorganisationen nach ihrer Abreise hinterlassen haben. Im allgemeinen Krankenhaus von Goma reinigt und beliefert Ärzte ohne Grenzen die chirurgische Abteilung.

Schwangere mit schweren Komplikationen gerettet

Westlich von Goma hat Ärzte ohne Grenzen die Arbeit im Krankenhaus von Kirotshe aufgenommen. Dienstag behandelten die Mitarbeiter 54 Patienten, und das Chirurgenteam konnte das Leben einer Schwangeren mit schweren Komplikationen retten. Ein mobiles medizinisches Team hat im Ort Mushaki 96 Patienten behandelt. Diese litten vor allem an Augeninfektionen und stressbedingten Schmerzen. Die Bewohner des Ortes hatten seit geraumer Zeit keine Medikamente mehr.

In den Orten Kitchanga und Mweso, nordwestlich von Goma, arbeitet Ärzte ohne Grenzen ebenfalls mit mobilen Kliniken und bietet Basis- sowie weiterführende Gesundheitsversorgung. Ein weiteres mobiles Team besuchte am Mittwoch den Ort Kalembe, westlich von Mweso. Ein großer Teil der dortigen Bevölkerung ist vor den jüngsten Kämpfen in der Region geflohen. In Masisi, 80 Kilometer nordwestlich von Goma, arbeitet ein Team von mehr als 80 Mitarbeitern im dortigen Krankenhaus und einem Gesundheitszentrum.

Ärzte ohne Grenzen evaluiert die Gesundheitssituation der Menschen in der Region weiter, so es die Sicherheitslage zulässt.