Ärzte ohne Grenzen erhält Information, dass in Darfur nicht nur drei sondern vier Mitarbeiter entführt bleiben

Stellungnahme

13. März 2009: Ärzte ohne Grenzen bestätigt, dass die Organisation heute erneut mit den am 11. März 2009 in Serif Umra, Norddarfur, entführten Kollegen sprechen konnte. Sie sind bei guter Gesundheit. Weitere Kommentare hierzu können derzeit nicht gegeben werden.

Ärzte ohne Grenzen bestätigt außerdem neue Informationen, nach denen vier und nicht drei Mitarbeiter der Organisation entführt wurden. Frühere Berichte von Ärzte ohne Grenzen, nach denen unsere beiden sudanesischen Mitarbeiter freigelassen worden sind, waren falsch. Nur ein einheimischer Mitarbeiter war freigelassen worden. Die vier entführten Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind ein italienischer Arzt, eine kanadische Krankenschwester, ein französischer Koordinator und ein sudanesischer Wachmann. Alle vier arbeiten für die belgische Sektion von Ärzte ohne Grenzen.

Unsere Gedanken sind weiterhin bei den entführten Kollegen und deren Familien. Ärzte ohne Grenzen tut alles in seiner Macht stehende, um ihren Verbleib zu ermitteln und ihre sichere und rasche Rückkehr sicherzustellen.

Infolge der Entführung evakuieren alle noch verbliebenen Sektionen von Ärzte ohne Grenzen fast sämtliche internationalen Mitarbeiter aus ihren Projekten in Darfur. Ein Teil der sudanesischen Mitarbeiter soll ebenfalls versetzt werden. Damit mussten die Projekte in Darfur drastisch reduziert werden. An einigen Standorten werden die Programme mit minimalem Service weiterlaufen. Ein dringend notwendiges Restteam von Ärzte ohne Grenzen kümmert sich vor Ort weiter darum, den Fall der entführten Kollegen weiter zu verfolgen. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage ist es bislang unklar, ob es für die Organisation möglich sein wird, überhaupt noch medizinische Aktivitäten in der Region fortzuführen.

Ärzte ohne Grenzen ist nach wie vor äußerst besorgt um die entführten Kollegen sowie um die Menschen in Darfur, für die die Teams medizinische Hilfe geleistet hatten.

Derzeit liegen Ärzte ohne Grenzen keine weiteren Informationen vor.