Simbabwe

In städtischen Gebieten wütet noch immer die Cholera

Ärzte ohne Grenzen beobachtet eine Zunahme von Patienten in einigen städtischen Gebieten, obwohl eine landesweite Abnahme der Fälle und Opfer von Cholera berichtet wird. "Die Hauptstadt Harare und die Städte Chitungwiza und Kadoma sind weiterhin Gefahrenherde", sagt der Nothilfekoordinator Markus Bachmann. "Sie sind immer noch von einer sich verschlechternden Wasserversorgung und dürftigen sanitären Einrichtungen betroffen." Um die Infektionskette zu unterbrechen, werden die präventiven Maßnahmen derzeit ausgeweitet. Diese umfassen Hygieneaufklärung, Wasserverteilung und Chlorierung genauso wie die Verteilung von Hygiene-Kits in den am meisten betroffenen Gebieten.

Chitungwiza, eine Stadt mit 350.000 Bewohnern ca. 35 Kilometer südlich von Harare, ist besonders betroffen. Die Stadt war der anfängliche Brennpunkt, als der Ausbruch im August 2008 begonnen hat. Das Cholerabehandlungszentrum in Chitungwiza war das erste Zentrum, das Ärzte ohne Grenzen am 2. September 2008 eröffnet hat. "Obwohl wir jetzt einige Wochen nur wenige Patienten hatten, steigt die Zahl seit vier aufeinanderfolgenden Wochen wieder an", sagt Bachmann. Ärzte ohne Grenzen hat in der vergangenen Woche mehr als 300 Patienten behandelt und damit fast das Hoch von Ende Januar erreicht. Das Team hat Regionen mit hohem Infektionsrisiko identifiziert und die Verteilung von Wasser, Hygieneaufklärung und die Chlorierung des Wassers der einzelnen Haushalte vorbereitet. Obwohl ein Anstieg der Gefahr unübersehbar ist, haben die Behörden bisher noch keine Genehmigung für die Vorbeugungsmaßnahmen gegeben.

Schwerpunkt auf Hygieneaufklärung und Wasserchlorierung

Die Zahl der Patienten in den engen Vororten von Harare nimmt noch immer zu bzw. bleibt hoch. Die instabile Wasserversorgung hatte eine sofortige Zunahme der Patienten zur Folge. Das Team von Ärzte ohne Grenzen kümmert sich in den Brennpunkten vermehrt um die Wasserchlorierung und Hygieneaufklärung. Letzte Woche hat das Team begonnen, an 7.900 Haushalte in der Stadt Glen View eine Hygiene-Ausrüstung zu verteilen. Sie soll den Transport, das Lagern und Desinfizieren von Wasser ermöglichen und beinhaltet Seife und Aufklärungsmaterial.

Ärzte ohne Grenzen konnte vergangene Woche in der Stadt Kadoma auf mehrere Ausbrüche reagieren, so dass die Zahl der behandelten neuen Fälle auf 123 anstieg. Das sind 50 Prozent mehr Fälle als in der Vorwoche. Um die Patienten vor Ort behandeln zu können, wurde eine zweite Cholerabehandlungseinheit aufgebaut. Darüber hinaus hat das Team 75 Patienten in zwei neuen Cholerazentren in der Stadt Chigutu behandelt.

Vier Notfallteams kümmern sich um die Ausbrüche in den drei Gebieten des Mashonalandes im Nordosten Simbabwes. Hier sind die Patientenzahlen noch immer sehr hoch. Neben der medizinischen Behandlung konzentrieren sich die Teams auf Wasser- und Sanitäreinrichtungen, um eine Verbreitung der Cholera zu verhindern.