Nationaler Mitarbeiter bei Angriff auf Fahrzeug tödlich verwundet

Somalia:

Am 18. März 2008 erlag ein somalischer Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, nachdem er eine Woche zuvor bei einem Angriff auf ein Auto der Organisation von Kugeln getroffen worden war. Wir möchten gegenüber der Familie unseres Kollegen und seinen Freunden unser tief empfundenes Beileid ausdrücken.

Der Überfall, der zum Tod unseres Kollegen führte, fand am 12. März statt. Dabei war ein Wagen von Ärzte ohne Grenzen zusammen mit anderen Fahrzeugen angegriffen worden. Der Wagen befand sich auf dem Rückweg vom Gesundheitszentrum in Balcad, das 20 Kilometer nördlich von Mogadischu liegt und von Ärzte ohne Grenzen betreut wird.

Um 13 Uhr Ortszeit eröffneten mehrere bewaffnete Männer das Feuer auf die Fahrzeuge und verwundeten dabei unseren somalischen Kollegen, der als Sicherheitsmitarbeiter arbeitete, schwer. Bei dem Beschuss wurden drei weitere somalische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen leicht verletzt. Die bewaffneten Männer stahlen Geld, Mobiltelefone und andere persönliche Dinge der Fahrzeuginsassen sowie den Wagen selbst. Die Insassen der anderen Fahrzeuge wurden auf ähnliche Weise ausgeraubt.

Nach den Informationen, die Ärzte ohne Grenzen zum jetzigen Zeitpunkt vorliegen, scheint es kein gezielter Angriff gegen die Organisation gewesen zu sein.

Nach der Ermordung dreier Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen am 28. Januar 2008 in Kismayo, hat die Organisation alle internationalen Mitarbeiter aus Somalia evakuiert. Seither führen die somalischen Kollegen die Programme weiter. Bereits Ende Dezember 2007 waren zwei internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im somalischen Bossaso entführt worden. Nach einer Woche in Gefangenschaft waren sie bei guter Gesundheit freigelassen worden. Ärzte ohne Grenzen hat Angriffe gegen humanitäre Helfer wiederholt verurteilt und vor den Konsequenzen für die Hilfe für die Bevölkerung in Somalia gewarnt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1991 in Somalia.