Zentralafrikanische Republik

„Mit der anderen Hand schreiben lernen, um Schriftsteller sein zu können“ - Die Geschichte von Dorassio

Dorassio L. ist 23 Jahre alt. Er ist eines der vielen Opfer der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik. Am 18. Januar wurde er in Bouar im Nordwesten des Landes angeschossen. Sein Arm musste amputiert werden. Er wurde von Ärzte ohne Grenzen in Bouar behandelt und danach mit einem Flugzeug in das Gemeindekrankenhaus in der Hauptstadt Bangui gebracht. Dort beobachtet ein chirurgisches Team weiterhin seinen Gesundheitszustand. Dorassio übt inzwischen mit seiner anderen Hand zu schreiben, um als Schriftsteller von seiner Geschichte erzählen zu können.

Ärzte ohne Grenzen behandelt seit Dezember chirurgische Notfälle im Krankenhaus – durchschnittlich 140 Patienten pro Woche. Ein Drittel von ihnen wird stationär aufgenommen, damit sie operiert werden können. Unsere chirurgischen Eingriffe konzentrieren sich auf Gewaltopfer mit Verwundungen durch Gewehrkugeln, Messer, Pfeile und Granatenexplosionen. Die Prognose der Überlebenschancen ist oft ungewiss. In vielen Fällen werden die Patienten aufgrund der offenen Brüche und der komplizierten Verletzungen unter dauerhaften Folgen leiden.

Welche Zukunft erwartet Dorassio in einem armen Land, wo es keine Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen gibt?