Demokratische Republik Kongo

"Mir fällt ein Stein vom Herzen, der Junge ist wach" - Bericht über eine Behandlung schwerer Malaria

Dr. Josine Blanksma mit Kollegen während der Visite auf der Intensivstation im Baraka Krankenhaus (Süd-Kivu).

Unsere Ärztin Josine Blanksma arbeitete bis Anfang April in einem Krankenhaus in der Demokratischen Republik Kongo - inmitten der Malaria-Saison. Sie berichtet vom Fall eines kleinen Jungen, der schwer an Malaria erkrankt ist, aber gerettet werden kann - einer von sehr vielen Fällen in dieser Zeit.

"Vor zwei Tagen hat mein Sohn Fieber bekommen. Er hat sich ständig übergeben", berichtet mir eine junge Mutter besorgt. Bewusstlos und blass liegt der dreijährige Junge in ihrem Arm. Es ist der Höhepunkt der Malaria-Saison in der Demokratischen Republik Kongo. Jeden Tag werden viele Patienten mit ähnlichen Symptomen zu uns ins Krankenhaus gebracht. Sofort machen wir bei dem Jungen einen Bluttest: Mein Verdacht wird bestätigt - er hat Malaria. Wir legen ihm einen Tropf mit einem Malaria-Medikament. Zusätzlich bekommt der Junge eine Bluttransfusion, da die Malaria-Parasiten seine roten Blutkörperchen bereits zu stark angegriffen haben. Über eine Maske geben wir ihm Sauerstoff und über eine Nasensonde therapeutische Milch. Wir haben alles getan, was unter diesen Bedingungen in unserer Macht steht. Jetzt bleibt uns nur zu warten, ob sein kleiner Körper die Krankheit besiegen kann.

Mir fällt ein Stein vom Herzen

Als ich am nächsten Morgen auf die Station komme, fällt mir ein Stein vom Herzen: Der kleine Junge ist wach. Seine Mutter füttert ihn vorsichtig mit etwas Maisbrei. Zwei Tage später können wir ihn gesund entlassen. In der Demokratischen Republik Kongo haben mein Team und ich jeden Tag viele Kinder lebensrettend behandelt, denn die Malaria-Saison war besonders schlimm in diesem Jahr. Unsere Hilfe macht für die Kinder den entscheidenden Unterschied! Die vielen Einzelschicksale berühren mich umso mehr, seit ich weiß, dass ich selbst bald Tante werde.