Tragischer Verlust von drei Kollegen in Kismayo, Somalia

In Memorian

Victor Okumu

Mit großer Bestürzung hat Ärzte ohne Grenzen am 28. Januar 2008 von einer Explosion am Rand einer Straße in Kismayo erfahren, auf der drei Fahrzeuge der Organisation gerade unterwegs waren.

Der brutale Angriff geschah, als das Kismayo-Team nach einem Morgen mit Notfalloperationen im Krankenhaus der Stadt zu seiner Mittagspause fuhr. Als das Team auf dem Weg zu seiner Unterkunft war, explodierte am Straßenrand eine Bombe, wobei das zweite Fahrzeug des Konvois zerstört wurde. In diesem Auto befanden sich drei internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und der Fahrer. Bei der Explosion verloren auf tragische Weise ihr Leben: Damien Le Halle, ein 27-jähriger französischer Logistiker, Victor Okumu, ein 51-jähriger Chirurg aus Kenia,
der somalische Fahrer Mohamed Abdi Ali (Bidhaan), sowie zwei Passanten.

Der Logistiker Charles Macharia (Charlie Tango), der sich auch im Auto befand, überlebte den Anschlag mit leichten Verletzungen. Die vier anderen Mitglieder des Teams von Ärzte ohne Grenzen wurden nicht verletzt.

Victor und Damien befanden sich erst kurze Zeit in Kismayo, waren aber schon früher für Projekte von Ärzte ohne Grenzen tätig. Victor wird uns in Erinnerung bleiben für seine Integrität, Freundlichkeit und seinen Einsatz für Patienten in Sierra Leone, Darfur und Südsudan. Damien befand sich seit Jahresbeginn in Kismayo, nachdem er im vergangenen Jahr für Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo gearbeitet hatte. Er wird uns in Erinnerung bleiben für seine harte Arbeit, seine Offenheit und seine lachenden blauen Augen. Bidhaan, den das ganze Team kannte, hinterlässt seine Frau und drei Kinder in Kismayo, und wird uns für die für Ärzte ohne Grenzen geleisteten Dienste in Erinnerung bleiben.

Die überlebenden Teammitglieder handelten nach dem Anschlag rasch und professionell und wurden schon Stunden später nach Nairobi evakuiert. Die drei Toten wurden in ihren Heimatländern bestattet.

Der brutale Anschlag hat uns alle schockiert. Wir gedenken unseren Mitarbeitern, die versuchten, etwas Erleichterung, Hilfe und Würde für die Menschen in Somalia zu bringen.

Die genauen Umstände des dramatischen Zwischenfalls sind noch nicht klar. Für uns ist es zur Zeit vordringlich, uns um die Angehörigen der Opfer zu kümmern; insbesondere um die Frauen und Kinder von Victor und Bidhaan und die Freundin von Damien, die zum Team gehörte, sowie um seine Eltern und Familienangehörigen in Frankreich. Wir werden Victor, Damien und Bidhaan sehr vermissen.

Wir bezeigen ihren Familien und Freunden unser aufrichtiges Beileid.