Papua-Neuguinea

Ferngesteuerter Flugkörper soll Tuberkulose-Erkrankten helfen

Testflug des unbemannten Flugkörpers: Künftig soll er Sputum-Proben schnell zur Diagnose ins Labor bringen.

Tuberkulose verläuft oft tödlich, wenn sie nicht behandelt wird. Zur Diagnose gehört bei einem Verdacht auf die Infektionskrankheit die Untersuchung der Sputum-Proben im Labor. Papua-Neuguinea gehört zu den Ländern mit der höchsten Tuberkulose-Rate weltweit. Eine der besonders betroffenen Regionen ist die Golf-Provinz an der südlichen Küste des Landes. Doch nur das zentrale Krankenhaus in Kerema hat die labortechnischen Möglichkeiten für die Diagnose, die Straßen zwischen den lokalen Gesundheitszentren und Kerema sind schwer passierbar.

Daher testet Ärzte ohne Grenzen jetzt gemeinsam mit der US-amerikanischen Firma Matternet Hochtechnologie: ferngesteuerte Flugkörper sollen den schnellen Transport der Proben, Ergebnisse und Medikamente zwischen Gesundheitszentrum und Krankenhaus ermöglichen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Mitte 2014 im zentralen Krankenhaus Kerema und startet dort ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Tuberkulose-Behandlung für die schwer betroffene Golf-Provinz. Neben dem Einsatz des Flugkörpers wird die Infektionskontrolle in der Klinik verbessert und eine eigene Tuberkulose-Station mit 18 Betten aufgebaut. Zudem ist dank des Einsatzes moderner Laborgeräte eine schnellere Diagnose möglich.