Demokratische Republik Kongo

Ebola-Ausbruch in West-Kasai unter Kontrolle

Mwamba wurde auf der Isolierstation untergebracht - da er im Kontakt mit "Verdachtsfällen" auf Ebola war. Nach einigen Tagen konnte er die Station jedoch wieder verlassen.

Ärzte ohne Grenzen hat am 22. Januar die letzten Patienten aus der Ebola-Isolierstation in Kampungu in der Provinz West-Kasai entlassen. Die Patienten zeigten keine Symptome mehr und befanden sich in gutem Gesundheitszustand.

Seit dem Tod des letzten bestätigten Ebola-Infizierten am 1. Januar 2009 ergaben die Tests aller verdächtiger Proben negative Ergebnisse. Die Symptome der Patienten in der Isolationsstation stellten sich nach einigen Tagen ein, und es waren keine weiteren Todesfälle zu beklagen. Auch die erst vergangene Woche eingelieferten Patienten wurden nach negativen Testergebnissen entlassen.

Insgesamt hatte es 48 Patienten mit Verdacht auf Ebola gegeben. Bei sieben von ihnen wurde in Labortests das Ebola-Virus bestätigt, an dem schließlich zwei von ihnen starben. Ebola ist eine hoch ansteckende, meist tödliche Viruskrankheit, die durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Erbrochenem oder Stuhl übertragen werden kann. In der Region gibt es Krankheiten wie Malaria und Bakterienruhr, deren grippeartige Symptome denen der Anfangsphase von Ebola ähneln.

Rund 100 Personen waren unter Beobachtung

"Im Moment ist der Ausbruch unter Kontrolle", sagt Rosa Crestani vom Notfallteam von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. "Bis gestern haben unsere Teams rund 100 Personen beobachtet, die Kontakt mit Patienten hatten, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Da nun 21 Tage seit Auftreten des letzten Falls vergangen sind, die längste bekannte Inkubationszeit bei Ebola, kann man davon ausgehen, dass sie nicht infiziert sind. Allerdings starb gestern nicht weit von hier ein Mann im Wald mit einigen verdächtigen Symptomen", fügt Crestani hinzu. "Unsere Teams sind daher bereit zu reagieren, sollte es neue Fälle geben. Auch die Isolationsstation bleibt geöffnet." Die Proben des Verstorbenen werden über das Wochenende analysiert.

Ärzte ohne Grenzen traf am 23. Dezember 2008 in West Kasai ein, kurz nachdem der Ebola-Ausbruch bekannt wurde. Heute arbeitet ein Team mit 15 Mitarbeitern vor Ort, das unter anderem aus Ärzten, Krankenschwestern, Wasserexperten und Logistikern besteht.