Peru

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen bis 2007 im Überblick

Ärzte ohne Grenzen leistet in Guadalupe medizinische Hilfe nach dem Erdbeben.

Auf das starke Erdbeben im August 2007 reagiert Ärzte ohne Grenzen umgehend mit medizinischer Nothilfe in abgelegenen Gemeinden. Gleichzeitig laufen die HIV/Aids-Projekte weiter.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Am 15. August 2007 erschüttert ein Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala die Küste Perus. Rund 600 Menschen sterben, etwa 2.000 Personen werden verletzt und Zehntausende obdachlos. Die am stärksten betroffenen Städte sind Chincha, Pisco und Ico. Sie liegen rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Lima. Bereits 24 Stunden nach dem Erdbeben sind die ersten Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen vor Ort, ermitteln den Bedarf und starten erste Nothilfe-Aktivitäten. Dabei konzentrieren sich die Teams auf die entlegenen Gebieten im Osten sowie auf die südöstliche Stadt Guadelupe. Im Stadtzentrum von Pisco eröffnen sie ein Gesundheitszentrum, in dem die Menschen psychologische und medizinische Hilfe erhalten. In anderen Städten sind sie mit mobilen Kliniken unterwegs. 30 Gesundheitseinrichtungen erhalten Medikamente. Psychologen bieten zudem ihre Hilfe an, damit die Menschen die seelischen Folgen der Katastrophe verarbeiten können. Als die Hilfsaktionen im Dezember 2007 enden, haben die Teams rund 8.000 Menschen mit psychosozialer Hilfe unterstützt. Rund 12.000 Personen profitieren von sonstigen Aktivitäten, wie der Bereitstellung von Trinkwasser, sanitären Aktivitäten oder dem Verteilen von Medikamenten und allgemeinen Hilfsgütern.
  • Zu den jüngsten Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in Peru gehört die Unterstützung von HIV/Aids-Infizierten. Am stärksten betroffen sind marginalisierte Bevölkerungsgruppen, wie Sexarbeiterinnen, Drogengebraucher und Sträflinge. In Villa El Salvador, dem zweitgrößten Armenviertel der Hauptstadt Lima, leben rund 500.000 Menschen. Das HIV/Aids-Projekt bietet an verschiedenen Orten innerhalb des Distrikts eine kostenlose Behandlung an. Ziel des Projektes ist es ebenso, das mit der Krankheit einhergehende Stigma und die Diskriminierung zu bekämpfen.
  • In fünf peruanischen Provinzen hat Ärzte ohne Grenzen Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums im manuellen Zählverfahren der CD4-Zellen ausgebildet. Diese Technik ist wichtig, um den Immunitätsgrad eines Kranken zu bestimmen und festzulegen, wann eine HIV-infizierte Person antiretrovirale Medikamente benötigt. Ärzte ohne Grenzen hat das Projekt 2007 an das Gesundheitsministerium übergeben. Insgesamt haben die Teams mehr als 2.000 peruanische Gesundheitsarbeiter ausgebildet sowie in rund 30 Einrichtungen freiwillige HIV-Tests und Beratungen eingeführt. Mehr als 480 HIV-Patienten sind in das Programm aufgenommen worden, etwa 340 von ihnen haben eine antiretrovirale Behandlung begonnen.
  • Auch das Projekt für sexuell übertragbare Krankheiten und HIV/Aids im Staatsgefängnis von Lurigancho, der größten Haftanstalt Perus, ist 2007 beendet worden. Das Projektmodell ist auch in den Gefängnissen von Chorillos Common, Chincha und Huaral eingeführt worden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1985 in Peru.