Elfenbeinküste

Chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen behandelt Verletzte in Duékoué

Nach den Wahlen im vergangenen Jahr kam es in der Elfenbeinküste zu Unruhen. Während der Kämpfe, die am 3. Januar in der Stadt Duékoué im Westen der Elfenbeinküste ausgebrochen waren, wurden zahlreiche Menschen verletzt. Mehr als 12.000 Bewohner wurden vertrieben. Teams von Ärzte ohne Grenzen unterstützten das städtische Krankenhaus und behandelten innerhalb von fünf Tagen 53 Verletzte. Zudem leistet Ärzte ohne Grenzen Basisgesundheitsversorgung in Vertriebenenlagern.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt seit dem 3. Januar das städtische Krankenhaus, aus dem ein Großteil des medizinischen Personals verschwunden war. Bis zum 7. Januar versorgte ein chirurgisches Team mehr als 53 Verwundete. Zwei Patienten starben an ihren Verletzungen. Derzeit setzt Ärzte ohne Grenzen den Operationssaal in Stand und arbeitet an einer Verbesserung der Wasserversorgung im Krankenhaus. Das medizinische Team wird die technische Unterstützung für das Krankenhaus in den kommenden Tagen fortsetzen.

Basisgesundheitsversorgung für Vertriebene

Im Laufe des Wochenendes hat sich die Lage vor Ort beruhigt. Dennoch bleiben zahlreiche Menschen weiterhin vertrieben. Seit Donnerstag, dem 6. Januar, führt ein Team von Ärzte ohne Grenzen in einem provisorischen Notlager außerhalb von Duékoué, in dem sich 12.300 Vertriebene versammelt haben, jeden Tag durchschnittlich 50 Konsultationen durch. Die Menschen leiden vor allem an Malaria und Bluthochdruck. Sieben Patienten mussten in ein Krankenhaus überwiesen werden.

Ärzte ohne Grenzen wird die ambulanten Aktivitäten in dem Lager voraussichtlich noch einige Wochen fortsetzen. Nach einer Evaluierung der Gesundheitsbedürfnisse der Menschen wird über die Eröffnung eines Projekts entscheiden.

 

Ärzte ohne Grenzen eröffnete im Jahr 1991 das erste Projekt in der Elfenbeinküste. Die Teams leisteten in dem Gefängnis MACA in Abidjan, in der Stadt Bouaké und im Westen des Landes Basisgesundheitsversorgung (ambulante Versorgung, Impfungen) sowie sekundäre Gesundheitsversorgung (u. a. Chirurgie und Pädiatrie) und führten zudem ein Ernährungs- und ein Tuberkuloseprogramm durch. Ärzte ohne Grenzen schloss die Projekte im September 2007, nachdem sich die Lage im Land stabilisiert hatte.