Bericht: „Where is everyone? Responding to emergencies in the most difficult places“

Warum dieser Bericht?

Da Ärzte ohne Grenzen selbst weltweit humanitäre Hilfe leistet, kennen wir die Einschränkungen und Schwächen der internationalen Reaktion auf Krisen. Oft wird gute Arbeit geleistet und es werden Leben gerettet – doch viel mehr könnte und sollte getan werden, um die Bedürftigsten zu erreichen und ihnen zu helfen.

In zwei Jahren, 2016, werden auf dem World Humanitarian Summit Experten aus aller Welt zusammenkommen, um über die Struktur und die Finanzierung der zukünftigen humanitären Arbeit nachdenken. Im Vorfeld dieses wichtigen Treffens veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen einen Bericht, der einige der zentralen Probleme der internationalen Reaktion auf humanitäre Krisen untersucht.

Fallstudien: Südsudan, Jordanien, D.R. Kongo

Dieser Bericht ist das Ergebnis einer umfangreichen Literaturrecherche und 136 in den vergangenen zwei Jahren geführten Interviews mit humanitären Helfern bei den Vereinten Nationen, bei Nichtregierungsorganisationen und in der akademischen Welt (mehr zur Methodik). Es ist ein qualitativer Bericht, der sich, wo möglich, auf quantitative Daten bezieht. Drei umfassende Fallstudien aus Südsudan, Jordanien und der Demokratischen Republik Kongo werden analysiert  und auf ihrer Grundlage etliche zentrale Schlüsse über die Reaktion des humanitären Systems in den drei untersuchten Vertriebenenkontexten identifiziert.  

Der Bericht ist für diejenigen, die sich im Hilfssystem engagieren, keine bequeme Lektüre. Er stellt auch Bereiche heraus, in denen die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen Verbesserung bedarf. Die Ergebnisse werden durch interne Evaluationen unserer Arbeit in Maban und Yida gestützt, die kürzlich durchgeführt wurden.

Debatte über Defizite im humanitären Hilfssystem

Wir finden, dass es wichtig ist, ehrlich über die Realität unserer Arbeit für die Menschen zu berichten, die schwer zu erreichen aber in großer Not sind. Wir wünschen uns, dass dieser Bericht eine ehrliche Debatte mit unseren Kollegen im humanitären System anstößt – innerhalb von Ärzte ohne Grenzen, mit anderen Nichtregierungsorganisationen, mit den Vereinten Nationen und mit den Gebern - damit wir alle unsere Reaktion verbessern. Wir organisieren in mehreren Ländern Treffen, um über die Ergebnisse des Berichts zu sprechen, und wir ermutigen andere, sich an der Debatte zu beteiligen. Wir werden auch weiterhin die Qualität der Reaktionen auf aktuelle Krisen - unsere eigenen und die des humanitären Hilfssystems insgesamt - beobachten und auswerten und über unsere Beobachtungen sprechen.

Erfahren Sie mehr

Wenn Sie das Thema interessiert, steht Ihnen eine Fülle an Lektüre zur Verfügung, einschließlich Betrachtungen von Ärzte ohne Grenzen über die eigene Beziehung zum internationalen Hilfssystem. MSF and the Aid System: Choosing not to choose und Less is more: the case for a purely humanitarian response to emergencies.