Ärzte ohne Grenzen verstärkt Einsatz im Mittelmeer

Das Team an Bord der Dignity 1 besteht aus 18 Mitgliedern, darunter auch medizinisches Fachpersonal. Das Schiff ist 50 Meter lang, hat Kapazitäten für 300 Bootsflüchtlinge.

Ein drittes Such- und Rettungsschiff mit einem Team von Ärzte ohne Grenzen an Bord wird Bootsflüchtlingen im Mittelmeer helfen, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Armut in ihrer Heimat versuchen, Europa über den Seeweg zu erreichen.

„Was wir im Mittelmeer erleben, ist eine humanitäre Krise“, so Paula Farias, Einsatzleiterin auf dem Schiff namens Dignity 1. „Es hat vielleicht den Anschein, als würde sich dieser Rettungseinsatz von unseren normalen Projekten unterscheiden, weil er auf hoher See stattfindet. Doch unsere Prioritäten sind hier die gleichen wie im Südsudan oder in Syrien – Leben zu retten.“

Das Team an Bord der Dignity 1 besteht aus 18 Mitgliedern, darunter auch medizinisches Fachpersonal. Das Schiff ist 50 Meter lang, hat Kapazitäten für 300 Bootsflüchtlinge und lief am 13. Juni aus dem Hafen in Barcelona aus.

Verhindern, dass das Mittelmeer zum Friedhof wird

Dieses Schiff wird den Such- und Rettungseinsatz von Ärzte ohne Grenzen im Mittelmeer verstärken, in dessen Rahmen die Organisation bereits mit zwei anderen Schiffen unterwegs ist. Die MY Phoenix der Organisation MOAS (Migrant Offshore Aid Station) startete am 2. Mai und konnte bisher 1.789 Menschen retten. Dort ist ein Team von Ärzte ohne Grenzen an Bord, das nach einem Rettungseinsatz die Menschen medizinisch versorgt. Die Bourbon Argos wird von Ärzte ohne Grenzen alleine betrieben und rettete seit dem Start am 9. Mai 1.242 Menschen.

„Die Zahl der Menschen, die versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, wird in den nächsten Wochen aufgrund des Sommerwetters wahrscheinlich noch weiter steigen“, so Farias. „Wir müssen hier einen starken Einsatz zeigen, um ihnen helfen zu können und zu verhindern, dass das Mittelmeer zum Friedhof wird.“