Uganda

Ärzte ohne Grenzen unterstützt Flüchtlinge, die den Kämpfen im Osten des Kongo entkommen sind

In den vergangenen Wochen haben Teams von Ärzte ohne Grenzen die Lage der Flüchtlinge an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und Uganda eingeschätzt. Ein Team mit etwa 10 Personen (Ärzten, Pflegern und Logistikern) ist nun an drei verschiedenen Orten aktiv und leistet den Flüchtlingen Hilfe.

In der Grenzstadt Ishasha, der wichtigsten Übergangsstelle von DRC, hat ein Team von Ärzte ohne Grenzen eine medizinische Sprechstunde eingerichtet, die Wasserversorgung organisiert und die sanitären Bedingungen verbessert, als eine erste Welle von 2.000 Flüchtlingen eintraf. Seit Donnerstag letzter Woche ist das Team mit etwa 10.000 weiteren hereinströmenden Flüchtlingen konfrontiert. Seit Ende August die ersten Menschen über die Grenze kamen, kümmerte sich das Hochkommissariat für Flüchtlingsfragen der Vereinten Nationen (UNHCR) um den Transport von Flüchtlingen in die Übergangslager von Nakivale, die 350 Kilometer weiter östlich liegen. Diese Transfers sind jetzt wegen des Risikos von Epidemien in Nakivale eingestellt worden.

Viele Menschen siedeln sich nun im Lager von Matanda an, 28 Kilometer von der Stadt Ishasha entfernt. Bereits 8.000 Menschen suchen dort Zuflucht. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen verteilt 120.000 Liter Wasser pro Tag und leistet ärztliche Hilfe. Das Team organisiert außerdem eine Impfkampagne gegen Masern und Kinderlähmung für die Kinder des Bezirkes.

Knapp 10.000 ostkongolesische Flüchtlinge in ugandischen Übergangslagern

In der Stadt Kisoro, 70 Kilometer südlich der Stadt Ishasha, hat sich Ärzte ohne Grenzen bereits während der letzten Wochen einen Überblick über die Lage der Flüchtlinge an der Grenze verschafft. Wegen der geringeren Zahl an Flüchtlingen in der Gegend und verschiedener Hilfsorganisationen vor Ort kann der Bedarf an humanitärer Hilfe gedeckt werden.

Seit der Zunahme der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der führenden Rebellenbewegung und der kongolesischen Armee in der Provinz Nord-Kivu (DRC) im August sind 9.720 Flüchtlinge vom UNHCR von der Grenze in die Übergangslager von Kabahanda/Nakivale gebracht worden. Ärzte ohne Grenzen organisierte zunächst medizinische Konsultationen. Vor kurzem wurden 53 Cholerafälle behandelt. Ein Cholera-Behandlungszentrum mit 24 Betten ist inzwischen eingerichtet. Das Team vor Ort stellt 130.000 Liter Wasser am Tag zur Verfügung und reinigt und desinfiziert die Latrinen des Lagers. Gleichzeitig sensibilisiert das Team die Menschen für die Bedeutung von Hygiene, um eine weitere Ausbreitung der Cholera einzuschränken. Ärzte ohne Grenzen hat außerdem mit dem Bau eines Gesundheitszentrums begonnen.

Dem UNHCR zufolge haben seit August fast 26.000 kongolesische Flüchtlinge die Grenze nach Uganda überquert.