Mali

Ärzte ohne Grenzen ruft alle Konfliktparteien in Timbuktu zu Respekt vor Zivilbevölkerung und Gesundheitsstrukturen auf

Nach den tödlichen Zusammenstößen am vergangenen Wochenende in Timbuktu haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus der Stadt 21 Verletzte behandelt. Davon waren 11 Patienten Zivilisten. Auch unter den drei nach ihrer Aufnahme ins Krankenhaus verstorbenen Patienten befinden sich zwei Zivilisten.

Weitere Opfer sind Berichten zufolge ihren Verletzungen erlegen, weil sie aufgrund der Kämpfe keinen Zugang zu einem Krankenhaus hatten. Während die Kämpfe zwischen Militär und bewaffneten Gruppen immer wieder aufgenommen werden und die Bewohner der Stadt aus Angst ihre Häuser nicht verlassen, ruft Ärzte ohne Grenzen alle kriegsführenden Parteien dazu auf, die Zivilbevölkerung zu respektieren und ihr den Zugang zu Krankenhäusern und Gesundheitsstrukturen zu ermöglichen.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen sind seit mehr als einem Jahr in Timbuktu tätig und behandeln und operieren Patienten und Verletzte auf allen Seiten des Konflikts. In den vergangenen Monaten hat Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus von Timbuktu pro Woche etwa 40 neue Patienten aufgenommen und durchschnittlich etwa 15 chirurgische Eingriffe durchgeführt.

Ärzte ohne Grenzen ist seit über einem Jahr in der Region von Timbuktu im Einsatz. Die Teams kümmern sich im Krankenhaus der Stadt um Kranke und Verletzte. Ärzte ohne Grenzen versorgt in vier Distrikten und im Krankenhaus von Niafounké auch mangelernährte und an Malaria erkrankte Patienten. Im Zusammenhang mit dem Konflikt im Norden des Landes ist Ärzte ohne Grenzen auch in Gao, Ansongo. Douentza, Konna und Boré sowie in Flüchtlingslagern in Mauretanien, in Niger und in Burkina Faso im Einsatz. Außerdem betreibt Ärzte ohne Grenzen seit 2009 im Distrikt Koutiala, im Süden des Landes, mehrere Mutter-Kind-Programme.