Elfenbeinküste

Ärzte ohne Grenzen leistet Basisgesundheitsversorgung für Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste

In den mobilen Kliniken, mit denen Ärzte ohne Grenzen Dörfer in der Region Nimba besucht, werden Dorfbewohner und Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste kostenlos behandelt.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind fast 30.000 Menschen nach den Wahlen in der Elfenbeinküste vor Gewalt und Spannungen geflohen. Die meisten Flüchtlinge suchen in Dörfern entlang der Grenze in der Region Nimba Schutz. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen versorgt sie derzeit medizinisch.

Das UNHCR hat Vorbereitungen für die Errichtung eines Camps im Ort Bahn getroffen, 50 Kilometer westlich der ivorischen Grenze. Dort können zwischen 15.000 und 18.000 ivorische Flüchtlinge unterkommen. Falls notwendig, wird Ärzte ohne Grenzen in diesem Lager medizinische Hilfe leisten. Es bleibt jedoch unklar, wie viele Flüchtlinge bereit sind, in das UNHCR-Camp überführt zu werden.

Ärzte ohne Grenzen beobachtet seit dem 22. Januar die Lage der Flüchtlinge entlang der Grenze und leistet mit mobilen Kliniken kostenlose Basisgesundheitsversorgung. Innerhalb der ersten vier Tage hat das medizinische Team 763 Konsultationen durchgeführt, die meisten Patienten litten an Durchfall- und Atemwegserkrankungen. Ärzte ohne Grenzen überwacht zudem die epidemiologische Situation und kann im Falle eines Ausbruchs, z.B. von Masern, sofort eingreifen.

Ärzte ohne Grenzen wird die medizinische Hilfe mit mobilen Kliniken vermutlich noch einige Wochen fortsetzen. Ob die Teams auch in dem Flüchtlingslager Hilfe leisten werden, wird von der Zahl der Flüchtlinge abhängen, die dort unterkommen, und von ihren gesundheitlichen Bedürfnissen.

Im Westen der Elfenbeinküste (Duékoué) bietet Ärzte ohne Grenzen bereits primäre und sekundäre Gesundheitsversorgung für Vertriebene und die lokale Bevölkerung an.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1990 medizinisch-humanitäre Hilfe in Liberia. Im Juni 2010 hat die Organisation die letzten Aktivitäten in einem Krankenhaus übergeben, die bedeutendste Reduzierung des Hilfseinsatzes in den letzten 20 Jahren. Heute unterstützt Ärzte ohne Grenzen das liberianische Gesundheitsministerium im Kampf gegen sexuelle Gewalt.