Guinea

Ärzte ohne Grenzen impft 400.000 Kinder gegen Masern

Zwei Wochen lang werden 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der Durchführung der Impfkampagne in der Hauptstadt Conakry arbeiten.

In Guinea im Westen Afrikas ist Mitte Januar eine Masernepidemie ausgebrochen. Die Krankheit ist hochansteckend und kann tödlich verlaufen. Ärzte ohne Grenzen hat deshalb damit begonnen, rund 400.000 Kinder gegen Masern zu impfen. Die Behandlung ist kostenlos. MSF ist seit 25 Jahren in Guinea tätig. Neben regulären Projekten zur Behandlung HIV-positiver Menschen unterstützt die Organisation regelmäßig die guineische Regierung dabei, Epidemien zu bekämpfen.

Am 14. Januar hat die guineische Regierung den Ausbruch der Masern zur Epidemie erklärt. Seitdem sind 1.105 Verdachtsfälle registriert worden. 68 Fälle wurden bestätigt.

"Die Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt und können sich wie ein Lauffeuer verbreiten", erklärt Corinne Benazech, Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Conakry, der Hauptstadt Guineas. "Kinder sind am stärksten davon betroffen. Die Krankheit kann schwere Komplikationen nach sich ziehen. Deshalb müssen wir sofort handeln, um eine Katastrophe wie im Jahr 2009 zu vermeiden. Damals sind zehn Kinder an den Folgen der Masern gestorben."

Die Menschen dort abfangen, wo sie sich aufhalten

Gemeinsam mit den lokalen Behörden hat Ärzte ohne Grenzen 32 Teams in drei Stadtteile der Hauptstadt Conakry geschickt. Die Helfer sollen dort auf die Menschen zugehen, wo diese sich aufhalten: in Gemeinschaftsräumen, Wohnhäusern oder auf öffentlichen Plätzen. Innerhalb von drei Wochen sollen so 394.000 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und zehn Jahren geimpft werden. Insgesamt sind 400 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und den Gesundheitsbehörden im Einsatz. Die Aktion ist mit einem großen logistischen Aufwand verbunden. Für die Bevölkerung ist das Impfen kostenlos.

Ärzte ohne Grenzen schätzt, dass im Laufe dieser Epidemie bei etwa fünfzig Kindern, die sich bereits angesteckt haben, schwere Komplikationen auftreten könnten, die möglicherweise tödlich verlaufen. Die Organisation wird deshalb gezielt Gesundheitseinrichtungen unterstützen.

Masernerkrankung nicht zu unterschätzen

"Die Masern und ihre Komplikationen können tödlich sein", bestätigt Gemma Dominguez, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Conakry. "Es ist deshalb sehr wichtig, alle Kinder zu impfen, damit sie jetzt und für die nächsten zehn Jahre geschützt sind. "

Eigentlich kann ein Ausbruch der Masern vermieden werden. Alle Kinder ab neun Monaten müssen dafür routinemäßig geimpft werden. Landesweit haben jedoch nur 37 Prozent der Kinder die beiden Impfdosen erhalten, die zum Schutz nötig sind. Selbst in der Hauptstadt Conakry sind nur 80 Prozent der Bevölkerung ausreichend gegen die Krankheit geimpft.

"Kinder mit Symptomen wie hohes Fieber müssen von einem Arzt untersucht werden. Das kann ihnen das Leben retten", betont Dr. Daloka Delamou, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen. Alle Patienten werden kostenlos betreut, auch im Falle von Komplikationen.

Die guineische Regierung hatte Ärzte ohne Grenzen für die drei betroffenen Stadtteile um Hilfe gebeten, da ihre eigenen Impfvorräte am 15. Februar aufgebraucht sein dürften.