Ägypten

Ärzte ohne Grenzen gibt medizinisches Material an fünf Krankenhäusern aus

Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen müssen von allen Konfliktparteien respektiert werden.

Die sechs Tage der Unruhen in Kairo und anderen ägyptischen Städten haben Dutzende Tote und eine noch größere Zahl von Verletzten gefordert.

In Kairo fanden die gewaltsamen Auseinandersetzungen rund um den Tahir Platz statt, wo die Lage nach wie vor angespannt ist. Ägyptische Freiwillige versorgen die Verletzten in provisorischen Krankenstationen. Das Gesundheitsministerium betreibt mobile Kliniken und Rettungswägen und hat zudem die nahegelegenen Krankenhäuser aktiviert, Opfer der Gewalt zu behandeln.

Tägliche Besuche auf dem Tahir Platz

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat den Tahir Platz täglich besucht und ist in laufendem Kontakt mit ägyptischem Gesundheitspersonal, das in den provisorischen Krankenstationen arbeitet, wie auch mit den öffentlichen Krankenhäusern, in die der Großteil der Verletzten eingeliefert wird. In Kairo hat Ärzte ohne Grenzen an vier Krankenhäuser Medikamente, sowie medizinisches und chirurgisches Material ausgegeben.

Die Organisation ist auch in regelmäßigem Kontakt mit Gesundheitseinrichtungen in Alexandria und Suez, wo es ebenfalls zu Gewaltausbrüchen gekommen ist. Teams von Ärzte ohne Grenzen haben beide Orte besucht und Material für das Allgemeine Krankenhaus von Suez bereitgestellt.

Schulungen von ägyptischen Medizinern

Während der vergangenen Monate hat Ärzte ohne Grenzen mit freiwilligen ägyptischen Medizinern zusammengearbeitet und hat sie in der Behandlung von Verletzten geschult. Das Team untersucht weiterhin den medizinischen Bedarf in den drei Städten und ist bereit, mehr medizinische Unterstützung zu leisten, sollte dies notwendig sein.

"Wir wurden auf eine provisorische Krankenstation aufmerksam gemacht, die wegen Tränengas-Attacken mehrmals den Standort wechseln musste. Wir wissen auch von einem Patienten, der von anderen geschützt werden musste, während er medizinisch versorgt wurde", sagt Mario Stephan, Landesvertreter von Ärzte ohne Grenzen in Ägypten: "Wir betonen, dass Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen von allen Konfliktparteien respektiert werden müssen, so dass medizinische Hilfe alle Patienten und Patientinnen erreicht, die diese brauchen."

Ärzte ohne Grenzen ist eine internationale medizinische humanitäre Organisation, die seit 2009 in Ägypten tätig ist. Derzeit baut die Organisation Programme auf, die zum Ziel haben, medizinische Unterstützung für die ägyptische Bevölkerung und für Migranten und Migrantinnen in Kairo zu leisten.