Republik Moldau

Ärzte ohne Grenzen eröffnet das erste HIV/Aids-Zentrum in Transnistrien

Republik Moldau 2008: In der um Unabhängigkeit bemühten moldauischen Region Transnistrien behandelt Ärzte ohne Grenzen HIV-positive Patienten, unter anderem Gefängnisinsassen..

Ärzte ohne Grenzen hat in der um Unabhängigkeit bemühten moldauischen Region Transnistrien ein HIV/Aids-Projekt eröffnet. Erste Patienten für die ambulante Station in Tiraspol waren schon vor der offiziellen Eröffnung am 8. August angemeldet worden. In den vier Wochen zuvor registrierten Ärzte und Krankenschwestern zusammen mit den Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums mehr als 90 HIV-positive Patienten. Infolgedessen begannen 26 der Patienten mit einer antiretroviralen Behandlung (ARV).

"Schon jetzt haben wir Gründe optimistisch zu sein", sagte Mark Walsh, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen, während der offiziellen Eröffnungsfeier. "Zwischen unseren Ärzten hier und den Ärzten, die HIV/Aids-Projekte in Chisinau (Anm. der Red.: Hauptstadt der Republik Moldau) betreuen, gibt es eine wachsende Kollegialität und Informationsaustausch. Dennoch haben wir einen langen Weg vor uns. Die Aufgabe der moldauischen Autoritäten sollte es sein, gleichen Zugang für alle zu den HIV/Aids-Mitteln zu garantieren, die ihnen die Internationale Gemeinschaft bereitgestellt hat", betonte Walsh.

Wegen der internationalen Isolation Transnistriens wird der Region der Zugang zu Gesundheitsfonds und Medikamenten der Regierung der Republik Moldau größtenteils verweigert. Vor allem die antiretrovirale Behandlung wird der Bevölkerung verwehrt. Dies geschieht, obwohl die Republik Moldau von Fonds profitiert, die für die Behandlung der gesamten Bevölkerung, inklusive der Region Transnistrien, bestimmt sind. Offizielle Statistiken haben aber ergeben, dass die Verbreitung von HIV in Transnistrien viermal höher ist als in der Republik Moldau.

"Auch wenn die politische Situation ungelöst ist, sollten die Menschen in Transnistrien den selben Zugang zu einer guten HIV/Aids-Behandlung haben wie ihre Nachbarn", sagte Rony Kampal, der zur Zeit als Arzt für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz ist. "Wir schätzen, dass in Transnistrien von den ungefähr 500.000 Einwohnern etwa 1.000 bis 1.500 Menschen HIV-positiv sind. Eine antiretrovirale Therapie könnte das Leben vieler verlängern, wenn sie ausreichend durchgeführt werden kann."

An der Eröffnungsfeier nahmen unter anderen Igor Smirnov, Präsident der nicht anerkannten Republik Transnistrien, sowie deren Gesundheitsminister Ivan Tkachenko teil. Darüber hinaus kamen Organisationen von beiden Seiten der Grenze, die Menschen mit HIV/Aids repräsentieren.