Ärzte ohne Grenzen behandelt Verwundete in Gaza-Stadt

In der Stadt Gaza hat das Team von Ärzte ohne Grenzen eine Klinik wiedereröffnet, um Verwundete zu behandeln, die bei den schweren Kämpfen im Norden des Gaza-Streifens verletzt wurden. Darüber hinaus sollen überfüllte Krankenhäuser entlastet werden. Ärzte ohne Grenzen hat zudem medizinische Hilfsgüter und lebensrettende Medikamente an einige Kliniken verteilt.

Seit dem 2. März arbeiten zwei Ärzte und vier Krankenschwestern in der Klinik von Ärzte ohne Grenzen in Gaza-Stadt. Sie behandeln Verwundete und führen kleinere chirurgische Eingriffe durch. Außerdem unterstützen sie Krankenhäuser in der Stadt Gaza sowie im nördlichen Gaza-Streifen, die völlig überlaufen sind. In den Tagen zuvor war es den Mitarbeitern und Patienten aufgrund der Kämpfe unmöglich, die Klinik zu erreichen.

"Die Lage ist kritisch", sagte Duncan Mclean, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Mehr als 200 Menschen wurden während der Kämpfe verwundet. Die meisten wurden in den Krankenäusern in Beit Hanoun und im Kamal-Edwan-Krankenhaus im Norden des Gaza-Streifens behandelt, wo die Kämpfe am heftigsten sind. Auch das Shifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza ist Anlaufstelle für die Verletzten. Es gibt außerdem nicht genug Benzin für die Krankenwagen, die deshalb gestern keine Patienten transportieren konnten. Heute gibt es gerade mal genug Benzin für einen Tag", so Mclean.

Es scheint so, dass einige Verletzte, die weit entfernt von Krankenhäusern leben, diese nicht aus eigener Kraft erreichen können. "Wenn die Kämpfe nachlassen, werden vermutlich mehr Verwundete in die Kliniken kommen. Wir haben uns daher auf eine große Anzahl von Patienten vorbereitet", sagte Duncan Mclean.

In den Krankenhäusern mangelt es an Medikamenten und medizinischem Material. Seit dem 29. Februar liefert Ärzte ohne Grenzen Verbandsmaterial, Infusionen, Narkosemedikamente, Antibiotika und Schmerzmittel an die Kliniken in Beit Hanoun und das Kamal-Edwan-Krankenhaus. Da die Organisation bereits zuvor ein Notfall-Depot in der Stadt Gaza eingerichtet hat, bereiten sich die Mitarbeiter darauf vor, auch andere Krankenhäuser zu beliefern, insbesondere das Shifa-Krankenhaus.

Die israelische Militäroperation im nördlichen Gaza-Streifen als Antwort auf die gegen Israel gerichteten Raketenangriffe hat angeblich 90 Menschen getötet, darunter auch Zivilisten. "Die Zivilbevölkerung leidet auf beiden Seiten", so Mclean. "Die israelische Bevölkerung leidet unter den palästinensischen Raketen und die Bevölkerung im Gaza-Streifen unter der Reaktion der israelischen Armee. Unsere größte Sorge gilt heute dem Zugang für alle Verwundeten zu medizinischen Einrichtungen im Gaza-Streifen."