Southern Asia

100 Tage nach dem Tsunami: Aktivitäten und Spendeneinnahmen von Ärzte ohne Grenzen

Berlin, 4. April 2005. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist 100 Tage nach dem Tsunami weiterhin mit etwa 120 internationalen und 250 nationalen Mitarbeitern im Seebebengebiet im Einsatz. Seit dem 26. Dezember 2004 gingen bei der Organisation weltweit mehr als 100 Millionen Euro an Spenden ein. Die derzeitigen Aktivitäten konzentrieren sich auf die indonesische Provinz Aceh und Sri Lanka.

Nach der unmittelbaren medizinischen Nothilfe unterstützt Ärzte ohne Grenzen in der indonesischen Provinz Aceh weiterhin die lokalen Gesundheitsstrukturen. In den stark betroffenen Gebieten der West- und Nordküste betreuen die Mitarbeiter mobile Kliniken und Gesundheitsstationen, kümmern sich um Sanitäranlagen und bessere Trinkwasserversorgung und verteilen Hilfsgüter. Die psychologische Hilfe für traumatisierte Überlebende ist mittlerweile einer der Schwerpunkte der Programme.

Da sich bereits zu Jahresbeginn abzeichnete, dass die Menschen weltweit mit einer beispiellosen Großzügigkeit auf das Seebeben reagierten, hatte Ärzte ohne Grenzen als erste Hilfsorganisation darum gebeten, nicht mehr zweckgebunden zu spenden. Ärzte ohne Grenzen kontaktiert zurzeit weltweit die Spender, um die zweckgebundenen Mittel freistellen zu können. Nur Spenden ohne Stichwort dürfen auch für andere Krisenregionen ausgegeben werden. Bislang wurden international 23,2 Millionen Euro freigegeben, 550.000 Euro wurden auf Anfrage zurückerstattet.

Das internationale Netzwerk von Ärzte ohne Grenzen hat seit dem Seebeben mehr als 100 Millionen Euro an zweckgebundenen Spenden erhalten. In Deutschland sind auf dem allgemeinen Spendenkonto seit dem 26. Dezember 2004 insgesamt 49,7 Millionen Euro eingegangen (Stand: 31.3.2005), von denen rund 75 Prozent mit einem Stichwort belegt sind. Der finanzielle Bedarf für die Programme von Ärzte ohne Grenzen in der Tsunami-Region wird bislang auf etwa 25,57 Millionen Euro geschätzt. Zwölf Millionen Euro wurden bereits ausgegeben.

In Sri Lanka konzentrieren sich die Aktivitäten auf die südlichen, östlichen und nördlichen Küstenstreifen. Nach der medizinischen Nothilfe und dem Verteilen von Hilfsgütern bietet Ärzte ohne Grenzen psychologische Betreuung an und die überwacht mögliche Krankheitsausbrüche.

Auch nach dem erneuten Beben am 28. März 2005 leistete Ärzte ohne Grenzen Hilfe, etwa auf der Insel Simueleu, wo ein Team der Organisation stationiert ist. Auch auf der stark betroffenen Insel Nias sind Mitarbeiter aktiv.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Tel: 030-22337700