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Südsudan: Ärzte ohne Grenzen sorgt sich um vermisste Mitarbeitende in Jonglei

Ärzte ohne Grenzen ist in großer Sorge um 26 Mitarbeitende im Südsudan, zu denen aufgrund der eskalierenden Gewalt in Lankien und Pieri im Bundesstaat Jonglei der Kontakt abgebrochen ist. 

Bis Anfang Februar war Ärzte ohne Grenzen mit insgesamt 291 Mitarbeitenden in Lankien und Pieri vertreten. Als sich die Sicherheitslage drastisch verschlechterte, mussten die Teams das Krankenhausgelände in Lankien evakuieren. Kurz darauf wurde es bei einem Luftangriff von südsudanesischen Regierungstruppen getroffen. Am selben Nachmittag plünderten unbekannte Angreifer die Gesundheitseinrichtung der Organisation in Pieri.

Viele Mitarbeitende waren gezwungen, mit ihren Familien zu fliehen. Manche haben auf der Flucht abgelegene Gebiete aufgesucht, in denen es kaum Nahrung und sauberes Wasser gibt. Die schlechten Kommunikationsnetze in der Gegend sind möglicherweise der Grund dafür, dass zu 26 Kolleg*innen bisher kein Kontakt hergestellt werden konnte. Ärzte ohne Grenzen ist jedoch in Sorge, dass sie sehr schwierigen Bedingungen ausgesetzt sein könnten, die sie daran hindern, Kontakt aufzunehmen.

Die Gewalt hat unerträglichen Schaden angerichtet, für die medizinische Versorgung der Menschen und für diejenigen, die diese am Laufen gehalten haben. Medinisches Personal darf nie zur Zielscheibe werden.

-Yashovardhan, Landeskoordinator

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit musste Ärzte ohne Grenzen alle medizinischen Aktivitäten in Lankien und Pieri einstellen. Dadurch haben nun etwa 250.000 Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Überall dort, wo es die Sicherheitslage zulässt, leisten die Teams Nothilfe für die Menschen, die vor der Gewalt fliehen mussten. Die Organisation unternimmt alle erdenklichen Anstrengungen, um den Kontakt zu den vermissten Kolleg*innen wiederherzustellen und alle betroffenen Mitarbeitenden und ihre Familien zu unterstützen. Die Sicherheit der Teams hat höchste Priorität.

Medizinische Einrichtungen, Patient*innen und medizinisches Personal müssen jederzeit geschützt werden. Angriffe auf das Gesundheitswesen berauben schutzbedürftige und unterversorgte Bevölkerungsgruppen der notwendigen medizinischen Versorgung und sind inakzeptabel.