Simbabwe

Vergessene Krisen - Simbabwe

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen besprechen in der Klinik Gombe in Simbabwe den Fall eines Patienten, der nicht auf die einfache HIV-Behandlung anspricht. In Simbabwe sind 14 Prozent der Erwachsenen (1,2 Mio.) HIV-positiv. Jede Woche sterben mehr als 1.000 Menschen an den Folgen von Aids.

Die Menschen in Simbabwe kämpfen mit gleich zwei großen Epidemien: mit HIV und Tuberkulose. In Simbabwe gibt es so viele HIV-Infizierte, wie in kaum einem anderen südafrikanischen Land. 14 Prozent der Erwachsenen (1,2 Mio.) und 150.000 Kinder leben mit dem Virus. In einigen Regionen gibt es kaum Möglichkeiten zur Behandlung - insbesondere für Kinder und Jugendliche. Jede Woche sterben mehr als 1.000 Menschen an den Folgen von Aids. Und noch immer werden viele Ungeborene von ihrer Mutter infiziert, obwohl dies einfach verhindert werden könnte. Auch Tuberkulose, darunter die multiresistente Form, ist weit verbreitet. Die Erkrankung bleibt bislang oft unerkannt, unbehandelt und breitet sich so immer weiter aus.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit dem Jahr 2000 in Simbabwe. Vor allem mit umfassenden HIV/Aids-Projekten und Programmen gegen opportunistische Erkrankungen, die mit der Infektionskrankheit einhergehen. Die Teams bieten Beratung, Tests, Behandlung und die Prävention der Mutter-zu-Kind-Übertragung an. So versorgten sie im Jahr 2012 rund 60.000 HIV-Patienten. In den vergangenen Jahren wurden die Programme immer weiter dezentralisiert und in die Einrichtungen der simbabwischen Gesundheitsbehörden integriert, um den Zugang zu medizinischer Hilfe für die Patienten zu verbessern. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Gesundheitsbehörden auch in der Umsetzung einer nationalen Strategie gegen resistente Tuberkulose.

Gibson Chijaka (16) aus Epworth weiß seit zwei Jahren, dass er an TB erkrankt ist:

„Die Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen ist die Hilfe, für die meine Großmutter gebetet hatte. Die Behandlung von resistenter Tuberkulose ist keine leichte Reise, und ich vermisse es, mit meinen Freunden Fußball zu spielen. Aber ich möchte alle jungen Leute, wie mich, die von dieser Krankheit geplagt werden, ermutigen, bis zum Ende stark zu bleiben. Wir sind die zukünftige Generation, daher dürfen wir nicht aufgeben."

Zahlen:

  • Rund 65.000 Simbabwer erhalten im Jahr 2012 von Ärzte ohne Grenzen eine lebensverlängernde antiretrovirale Therapie.
  • 4.400 Patienten beginnen im Jahr 2012 in den Projekten von Ärzte ohne Grenzen eine Tuberkulose-Behandlung.

 

Vergessene Krisen 2013