Der Kampf gegen Mangelernährung

Starved for Attention

Ein schwer mangelernährtes Kind wird medizinisch versorgt.

"Starved for Attention" - unter diesem Titel startet Ärzte ohne Grenzen eine Kampagne besonderer Art. Gemeinsam mit der namhaften Fotoagentur VII dokumentiert Ärzte ohne Grenzen die Mangelernährung bei Kindern und ruft auf, die Nahrungsmittelhilfe zu reformieren: Wir brauchen endlich Nahrungsmittel, die auf die besonderen Bedürfnisse kleiner Kinder eingehen, anstatt der immer noch viel zu häufig verteilten Mehlmischungen. Geschätzte 195 Millionen Kinder sind weltweit von Mangelernährung betroffen. Helfen Sie uns, ihre Situation zu verändern und unterschreiben Sie unsere weltweite Petition auf www.starvedforattention.org

Neben der Online-Petition bietet die Kampagne Fotodokumentationen, Videos und Interviews, die die gängigen Vorstellungen von Mangelernährung in Frage stellen. Eindrückliche Bilder zeigen den frustrierenden Kampf von Eltern und Gesundheitspersonal gegen die humanitäre Krise durch Mangelernährung.

Der Fotojournalist Marcus Bleasdale etwa dokumentierte für die Kampagne die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen im Balabala-Distrikt in Dschibuti. In einem Behandlungszentrum am Rande der Hauptstadt Dschibutis werden 1.700 akut mangelernährte Kinder behandelt. Dass diese Hilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, davon berichten die Mitarbeiter vor Ort. Sie erleben, dass viele Kinder, denen geholfen wurde, bereits nach einiger Zeit erneut gegen Mangelernährung behandelt werden müssen.

Die Hauptursache von Hunger in Dschibuti ist die Armut der betroffenen Bevölkerung. Obwohl die Läden mit Lebensmitteln gefüllt sind, können sich viele Menschen das Essen schlicht nicht leisten. Durch einen Mangel an landwirtschaftlichen Nutzflächen ist das ostafrikanische Land gezwungen, den größten Teil seiner Nahrungsmittel zu importieren. Das treibt den Preis für Lebensmittel zusätzlich in die Höhe.

Auch die Qualität der Nahrungsmittelhilfe ist entscheidend

Diese Geschichte über Mangelernährung spiegelt die Situation in vielen Teilen Subsahara-Afrikas und Asiens wider. Geschätzte 195 Millionen Kinder sind weltweit von Mangelernährung betroffen. Acht Millionen Kindern unter fünf Jahren sterben jedes Jahr - ein Drittel von ihnen an Mangelernährung. Gerade Kinder unter zwei Jahren haben einen hohen Nährstoffbedarf. Ist dieser nicht gedeckt, bleiben die Kinder unterentwickelt und sind anfälliger für Krankheiten, die häufig tödlich enden. Diese Situation aber ist vermeidbar und die Mangelernährung behandelbar.

Mit der Kampagne fordert Ärzte ohne Grenzen insbesondere die reichen Länder auf, mehr Mittel im Kampf gegen Mangelernährung bereitzustellen und die Hilfsleistungen an die Bedürfnisse von Neugeborenen und Kleinkindern anzupassen. Denn es gilt: Nicht nur die Menge an Nahrungsmittelhilfe ist entscheidend, sondern auch ihre Qualität.

Es ist höchste Zeit zu handeln. Helfen Sie mit.