Zivilbevölkerung gerät ins Kreuzfeuer des Konfliktes

Sri Lanka

Angst und Schrecken beherrschen in den östlichen und nördlichen Regionen Sri Lankas die Zivilbevölkerung, die sich zunehmend im Kreuzfeuer des bewaffneten Konflikts zwischen Regierungstruppen und Kämpfern der Rebellenbewegung LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eeelam) wiederfindet. Die seit fast 25 Jahren immer wieder neu aufflackernden Kampfhandlungen wurden von der Weltöffentlichkeit bisher nur ungenügend wahrgenommen, insbesondere was das Schicksal der in der Konfliktzone lebenden Menschen angeht. Gezielte Bombenangriffe, Morde und Selbstmordanschläge, Entführungen, Zwangsrekrutierungen, Erpressungen, Beschränkungen der Bewegungsfreiheit und willkürliche Verhaftungen machen das Alltagsleben in Sri Lanka zunehmend unsicher. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben, seit die Kämpfe im August 2006 wieder voll im Gang sind.

Misstrauen gegenüber internationaler Hilfe

Die verzweifelte Lage vieler Menschen wird durch das allgemeine Klima von Feindseligkeit und Misstrauen gegenüber internationalen Hilfsorganisationen zusätzlich verkompliziert. Die resultierenden Einschränkungen bedeuten, dass vielerorts selbst schwerst Bedürftigen lebensrettende Hilfe verwehrt wird. Dieser Mangel an Respekt für humanitäre Hilfe ist vor dem Hintergrund unverständlich, dass in unmittelbarer Nähe der Frontlinien nahezu keine Ärzte mehr zur Verfügung stehen und es in den Krankenhäusern an Personal fehlt, um die Verwundeten behandeln zu können. Nachdem Ärzte ohne Grenzen gegen Ende 2006 gezwungen war, sich zurückzuziehen, leistet die Organisation derzeit wieder grundlegende medizinische und chirurgische Hilfe sowie Geburtshilfe in Point Pedro, Vavuniya, Kilinochchi und Mannar.