Griechenland

Notfallteam von Ärzte ohne Grenzen zurück aus Waldbrandregion

Nach einem dreitägigen Kurzeinsatz hat das Notfallteam von Ärzte ohne Grenzen die von Waldbränden betroffene griechische Halbinsel Peloponnes wieder verlassen. Das aus einem Arzt und zwei Psychologen bestehende Team hat sich in zehn Dörfern und zwei Krankenhäusern im Distrikt Ilia ein Bild von der Situation gemacht, jedoch keinen Bedarf für einen Nothilfeeinsatz der Organisation festgestellt. Nationale und andere Hilfskräfte hatten die Situation unter Kontrolle.

Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen untersuchten gemeinsam mit Vertretern der Regierung und anderer privater Organisationen die medizinischen und psychologischen Bedürfnisse der Betroffenen in den Dörfern Tholo, Kato Taxiarhes, Faskomilia, Lepreo, Nea Figalia, Kalivakia, Skillountia, Frixa, Ploutohori und Xirohori sowie in den Krankenhäusern von Krestena und Pyrgos.

In den besuchten Orten war die Grundversorgung der Betroffenen jedoch weitestgehend sicher gestellt. Menschen, deren Häuser durch das Feuer beschädigt oder zerstört wurden hatten bei Angehörigen Unterschlupf gefunden. Die Stromversorgung war gewährleistet. In einigen Orten machten den Bewohnern fehlendes Futter fürs Vieh und die unbegrabenen Toten Sorgen, Menschen klagten über Atembeschwerden aufgrund des Rauches. Zudem waren die Einwohner der Region großen psychischen Belastungen durch die Brände ausgesetzt. Es gab jedoch keinen Hinweis, auf eine akut bedrohliche Gesundheitslage für die Bevölkerung. Das Team von Ärzte ohne Grenzen half jedoch, chronisch Kranke zu behandeln.

Durch die Flächenbrände, die Ende August vor allem in Zentral- und Südgriechenland wüteten, kamen nach griechischen Angaben mehr als 60 Menschen ums Leben, mehr als 100.000 wurden obdachlos. Rund 120 Dörfer wurden schwer oder vollständig zerstört. Das Feuer vernichtete den Angaben zufolge mehr als 228.000 Hektar Wald.