Sierra Leone

Neues Behandlungszentrum in Ebola-Hotspot eröffnet

Ein Team auf dem Weg in die Hochsicherheitszone des neuen Ebola-Behandlungszentrums in Freetown.

Ärzte ohne Grenzen hat am Rande von Sierra Leones Hauptstadt Freetown ein neues Ebola-Behandlungszentrum eröffnet. In der neuen Einrichtung in Kissy, einem besonders schwer von der Epidemie betroffenen Vorort, wurden bereits die ersten Patienten aufgenommen. In Sierra Leone werden derzeit die meisten Ebola-Fälle registriert, die Betten-Kapazitäten sind aber immer noch unzureichend. In Kissy sind die Infektionsraten in den vergangenen Wochen sprunghaft angestiegen und gehören mittlerweile zu den höchsten der Hauptstadt-Region.

"Wir wollten unsere Hilfe näher zu den Betroffenen bringen und den Menschen den Zugang zur Ebola-Behandlung erleichtern", erklärt Einsatzleiter Marcus Bachmann, der die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Sierra Leone seit Ende November koordiniert. "Ein zweiter Schwerpunkt unserer neuen Einrichtung ist die Behandlung von schwangeren Frauen, die im Falle einer Ebola-Infektion besonders gefährdet sind. In diesem Bereich gibt es eine große Lücke in und um Freetown. Wir wollen aktiv auf Schwangere zugehen, die entweder bereits positiv auf Ebola getestet wurden, oder bei denen der Verdacht auf eine Infektion vorliegt. Wir werden ihnen sowohl die bestmögliche Behandlung als auch die bestmögliche Geburtshilfe anbieten."

Das neue Ebola-Behandlungszentrum in Kissy befindet sich auf einem Schulgelände und wird in mehreren Phasen eröffnet. Die volle Kapazität der Einrichtung wird – inklusive Geburtsabteilung – 80 Betten betragen.

Ärzte ohne Grenzen betreibt in Sierra Leone, Guinea, Liberia und Mali derzeit acht Ebola-Behandlungszentren mit einer Kapazität von mehr als 600 Betten. Auch betreibt die Hilfsorganisation zwei Übergangszentren, in denen Personen mit Ebola-Verdacht untersucht und vorübergehend isoliert werden. Zwischen März und Ende Dezember 2014 hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 7.000 Patienten aufgenommen, bei rund 4.400 von ihnen wurde Ebola nachgewiesen. Derzeit sind etwa 300 internationale und 3.500 einheimische Einsatzkräfte von Ärzte ohne Grenzen in Westafrika im Einsatz.