Irak

Nach einem Bombenanschlag in der Stadt Sinjar unterstützt Ärzte ohne Grenzen Krankenhäuser bei der Versorgung der Verwundeten

Nach einem Bombenanschlag in der nordirakischen Stadt Sinjar hilft Ärzte ohne Grenzen bei der Versorgung der Verletzten. Bei der Detonation am Vormittag des 29. Mai sind mindestens 16 Menschen getötet und zahlreiche verwundet worden, darunter viele Zivilisten. Der Anschlag war gegen ein Rekrutierungszentrum des Militärs gerichtet, das inmitten ziviler Einrichtungen liegt.

Bisher wurden 60 Patienten, die Mehrzahl davon Zivilisten, in das lokale Krankenhaus von Sinjar eingeliefert. Dieses hat jedoch, wie die meisten medizinischen Einrichtungen im Irak, mit einem dramatischen Mangel an Material und qualifiziertem Personal zu kämpfen. Ärzte ohne Grenzen hat daher umgehend Hilfsgüter geschickt, darunter Material zur Versorgung von insgesamt 40 Verbrennungsopfern sowie Nahtmaterial und Anästhetika für chirurgische Eingriffe. 16 Patienten, die sofort operiert werden mussten, wurden in das Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Dohuk im kurdisch kontrollierten Teil des Irak gebracht, das seit 2007 von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird.

Aus Sicherheitsgründen ist es für die Teams von Ärzte ohne Grenzen derzeit nicht möglich, direkt im irakischen Konfliktgebiet zu arbeiten. Seit 2007 hat die Organisation Hilfsprogramme in der relativen Sicherheit der kurdischen Provinzen im Norden. Diese haben das Ziel, Krankenhäuser im nördlichen Kriegsgebiet durch die Lieferung von medizinischem Material und die Schulung von Personal zu unterstützen. Sie leisten aber auch chirurgische Hilfe für Verletzte, die in das kurdische Gebiet überwiesen werden. Auch im Zentralirak unterstützt Ärzte ohne Grenzen Krankenhäuser mit medizinischem Material und mit Trainings.

Ärzte ohne Grenzen ist sehr besorgt über die medizinische Situation der irakischen Zivilbevölkerung, insbesondere der Opfer der Gewalt. Die Menschen haben größte Schwierigkeiten, medizinische Hilfe, Medikamente und eine angemessene Behandlung zu bekommen.