Niger

Meningitis Epidemie unter Kontrolle

Rund 7,5 Millionen Menschen wurden gegen Meningitis geimpft - damit konnte die weitere Ausbreitung der Epidemie eingedämmt werden.

Die große Meningitis-Impfkampagne in Nigeria und Niger ist fast vorbei. Teams von Ärzte ohne Grenzen haben in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium in den vergangenen vier Monaten etwa 7,5 Millionen Menschen geimpft und viele infizierte Patienten behandelt.

Der Meningitis-Ausbruch in Westafrika hatte ungeahnte Ausmaße erreicht. Seit Januar hatten sich mehr als 65.000 Menschen mit der Krankheit infiziert. Die Epidemie konnte aber durch schnelles Eingreifen eingegrenzt werden und viele Tote konnten somit verhindert werden. Ärzte ohne Grenzen hat im nördlichen Nigeria, im südlichen Niger und in der tschadischen Hauptstadt N`Djamena Nothilfe geleistet. Es war eine der größten Epidemien in der Region, die auch als Meningitis-Gürtel bekannt ist.

Die Krankheit breitet sich schnell aus und führt in 50 Prozent der unbehandelten Fälle zum Tod. Das Gesundheitsministerium hat in Zusammenarbeit mit Ärzte ohne Grenzen die Entwicklung der Epidemie auf Tausenden Quadratkilometern mit mehr als 44 Millionen Bewohnern genauestens beobachtet, um sofort eingreifen zu können, sollte die Schwelle zu einer Notsituation überschritten werden.

Das Gesundheitsministerium und Dutzende Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben sehr effektiv in den kleinen Gesundheitszentren gearbeitet, auch an Tagen mit übermäßig vielen neuen Meningitisfällen. „Unsere Teams kümmern sich an normalen Tagen um 34 lokale Regierungsbezirke im Staat Katsina“, sagte Laurentia Enesi, nationale Medizinerin von Ärzte ohne Grenzen im Staat Katsina. „Wir mussten das Personal stellen und oft auch ausbilden und Medikamente und Equipment besorgen. Viele Menschen, die mit Meningitis infiziert sind, sterben oder entwickeln Komplikationen, wenn sie nicht schnell genug behandelt werden.“

Im Vergleich zur Zahl der infizierten Personen ist die Zahl der Toten auch nach vier Monaten relativ gering. Das schnelle Eingreifen, die umgehende Behandlung der Infizierten und die Impfkampagne haben Schlimmeres verhindert. Nahezu 400 Teams mit je fünf Mitarbeitern haben über mehrere Wochen täglich Tausende Menschen geimpft: In Niger waren es in den Regionen Zinder, Maradi und Dossi insgesamt 2,8 Millionen Menschen, in Nigeria in den Regionen Katsina, Jigawa, Bauchi, Kebbi, Sokoto, Niger, Zamfara, Kaduna und im Staat Gombe insgesamt 4,5 Millionen. Weitere 250.000 Menschen werden derzeit noch in Nigeria geimpft.

Insgesamt haben 200 internationale Mitarbeiter (hauptsächlich Ärzte, Krankenschwestern und Logistiker) und 7.500 nationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen neben den Mitarbeitern vom Gesundheitsministerium bei dem Nothilfeeinsatz mitgearbeitet.