Uganda

„Ich sehe ein gesundes Mädchen“ – wie Kinder in Uganda mit HIV/Aids leben

Uganda: „Ich sehe ein gesundes Mädchen“ – wie Kinder mit HIV/Aids leben
Cavine ist zehn Jahre alt und in der Schule sehr gut. Sie liebt es rumzuhüpfen und lacht viel. Sie zerstampft gerne getrocknete Hirse und hilft beim Holzmachen, damit das Feuer nicht ausgeht.

Vor zwei Jahren dachte Cavines Mutter, dass ihre Tochter sterben würde. Das Mädchen war sehr schwach. Sie war ständig krank, hatte rote Augen und Ausschlag, als sie in das Gesundheitszentrum von Ärzte ohne Grenzen im Dorf Madi Opei gebracht wurde.

Ein HIV-Test fiel positiv aus, und Cavine wurde das erste Kind im Projekt von Ärzte ohne Grenzen in Madi Opei, das die lebensverlängernde antiretrovirale Therapie erhält. Als sie damit begann, die entsprechenden Medikamente zu nehmen, verbesserte sich ihre Gesundheit deutlich.

Rund acht Prozent der Bevölkerung in Uganda sind mit HIV/Aids infiziert - mehr als eine Million Menschen. Etwa ein Drittel von ihnen benötigt eine antiretrovirale Therapie, aber nur weniger als die Hälfte haben Zugang zur notwendigen Behandlung.

Fast 600 Patienten werden im HIV-Programm von Ärzte ohne Grenzen in Madi Opei betreut, etwa 30 Prozent von ihnen erhalten antiretrovirale Medikamente.

Die Beraterin Catherine Atim hilft den kleinen Patienten dabei, ihre Medikamente richtig einzunehmen. Sie erklärt, welche und wie viele Pillen sie jeden Tag nehmen müssen.

"Ich sehe diese Kinder, wenn sie zu uns kommen. Ich kenne sie gut. Sie sind für mich inzwischen wie meine eigenen Kinder", sagt Catherine. Der achtjährige Isaac ist einer von ihnen. Isaac lebt mit seinen Brüdern und Schwestern und seiner Großmutter Kalementina in zehn Minuten Fußweite vom Krankenhaus entfernt.

Isaac holt jeden Tag Wasser für seine Familie. Wenn er erwachsen ist, möchte er Pilot werden, denn er liebt es, zu reisen. Seine Mutter starb 2004 an Aids und gab den Virus vermutlich beim Stillen an ihn weiter.

Das Virus kann vor und während der Geburt auf das Baby übergehen. Um dies zu verhindern, erhält eine HIV-positive schwangere Frau vor der Geburt antiretrovirale Medikamente und auch das Neugeborene.

"Wenn ich mich hier auf dem Bild betrachte, sehe ich jemanden, der gesund ist", sagt Cavine. "Ich sehe keine kranke Patientin". Das HI-Virus bleibt, und Cavine wird weiterhin Medikamente nehmen müssen. Aber das Wichtigste: Es geht ihr wieder gut.