im Fall Arjan Erkel zugunsten von Ärzte ohne Grenzen

Gerichtsentscheid

Im Streit zwischen der niederländischen Regierung und Ärzte ohne Grenzen um eine Lösegeldzahlung für einen entführten Mitarbeiter hat der Gerichtshof in Genf am 27. Februar 2008 zugunsten von Ärzte ohne Grenzen entschieden. Mit diesem Urteil wies das Gericht eine Revisionsklage der Niederlande gegen den bereits in erster Instanz zugunsten von Ärzte ohne Grenzen entschiedenen Fall zurück.

Der Holländer Arjan Erkel war im Jahr 2002 während seines Einsatzes als Landeskoordinator im Nordkaukasus entführt worden. Zu Ostern 2004 wurde er wieder freigelassen. Dabei hatten die Behörden seines Heimatlandes ein Lösegeld verhandelt und bezahlt. Im Anschluss hatte die niederländische Regierung Ärzte ohne Grenzen auf Rückerstattung eines Teil des Lösegeldes verklagt und in diesem Zusammenhang behauptet, im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen gehandelt zu haben.

Diese Behauptung wurde nun erneut widerlegt. Das Urteil bestätigt die Version der Darstellung, wie Ärzte ohne Grenzen sie von Anfang an vertreten hat. Zudem fordert das Gericht von der holländischen Regierung unter anderem, Ärzte ohne Grenzen die 230.000 Euro zurückzuzahlen, die die Organisation im Zusammenhang mit der Entführung bei der holländischen Botschaft hinterlegt hatte.

Ärzte ohne Grenzen bedauert, dass die holländische Regierung in dieser Sache überhaupt rechtliche Schritte unternommen hat und der Organisation damit viel Arbeit entstanden ist.