Ärzte ohne Grenzen fordert von G8 neue Ansätze und nachhaltige Finanzierung im Kampf gegen Mangelernährung bei Kindern

G8

Im Vorfeld des G8-Gipfels in Kanada ruft Ärzte ohne Grenzen die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsnationen auf, im Kampf gegen Mangelernährung neue Wege zu gehen und diese nachhaltig zu finanzieren. Nur so können Sie die selbst gesteckten Millenniumziele für die Gesundheit von Müttern und Kindern erreichen. Weltweit sind derzeit 195 Millionen Kinder mangelernährt. Von den jährlich acht Millionen Kindern, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, stirbt ein Drittel an den Folgen von Mangelernährung. Mangelernährte Kinder leiden außerdem an Folgeerkrankungen, Unterentwicklungen und kognitiven Beeinträchtigungen. Und das Problem Mangelernährung ist untrennbar mit dem Thema Mutter-Kind-Gesundheit verbunden: Unterernährte Mütter gebären untergewichtige Kinder.

Der Großteil der internationalen Nahrungsmittelhilfe besteht heute jedoch aus einem Getreide-Soja-Gemisch, das die Nährstoffe, die kleine Kinder am dringendsten benötigen, nicht enthält. "Wenn die führenden Wirtschaftsnationen tatsächlich zu ihrer Verpflichtung stehen und die Mutter-und-Kind-Sterblichkeit reduzieren wollen, dann ist es unerlässlich auch das System der Nahrungsmittelhilfe zu reformieren," sagt Christophe Fournier, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen. "Im Rahmen des G8-Gipfels haben die führenden Geberländer die einzigartige Chance einen Beitrag zur Reduzierung von Mangelernährung zu leisten."

Nachhaltige Finanzierung muss garantiert werden

Doch der Kampf gegen Mangelernährung und Mutter-und-Kind-Sterblichkeit erfordert erhebliche finanzielle Ressourcen. Die Weltbank schätzt, dass allein die Bekämpfung von Mangelernährung in den am stärksten betroffenen Ländern jährlich 12 Milliarden US-Dollar kosten würde. Nichtregierungsorganisationen allein können diese Last nicht tragen.

"In einer Zeit der globalen wirtschaftlichen Sparmaßnahmen, ist die derzeitige Finanzierung durch die Geberländer unzureichend und unberechenbar", sagt Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. "Um die Reduzierung der Mutter-und-Kind-Sterblichkeit zu erreichen, brauchen wir einen verlässlichen und nachhaltigen Finanzierungsmechanismus, wie ihn etwa die diskutierte Finanztransaktionssteuer böte."

Ärzte ohne Grenzen macht aktuell mit der internationalen Kampagne "Starved for Attention" auf die anhaltende Ernährungskrise aufmerksam und wirbt um Unterstützer für eine Online-Petition: www.starvedforattention.org