Mexiko, Honduras, Guatemala, El Salvador

Fotostory: Gefährliche Reise auf der „Bestie“

Überfälle, Nötigung, Raub: 58 Prozent der Migranten aus Zentralamerika, die Ärzte ohne Grenzen in Mexiko behandelt, erlebten auf ihrem Weg Gewalt. Die Mehrheit von ihnen war in dem als „la bestia“ („Die Bestie“) bekannten Frachtzug unterwegs, der Mexiko durchquert.

„Die Gewalt steht hauptsächlich mit kriminellen Organisationen entlang der Route in Zusammenhang“, erklärt Marc Bosch, der den Einsatz von Ärzte ohne Grenzen entlang der Zuglinie leitet. “Wir leisten neben den Zuggleisen erste psychologische Hilfe. Dabei berücksichtigen wir besonders die Verletzlichsten: Minderjährige, vor allem, wenn sie alleine unterwegs sind, und Frauen”, so Bosch. Hauptgrund für die Flucht der Menschen aus Honduras, Guatemala und El Salvador ist die fehlende Sicherheit in ihrer Heimat.

“Ich bin aus meinem Land wegen der Bedrohung durch die „Pandillas“ (Gangs) geflohen“, berichtet Miguel Angel Reyes, ein 62-jähriger Salvadorianer. „Daher suche ich um den Status als Flüchtling in Mexiko an.“

“Neben der medizinischen Hilfe, die Ärzte ohne Grenzen leistet, muss nach Alternativen und Maßnahmen Ausschau gehalten werden, die den Schutz der Migranten gewährleisten“, fordert Bosch. „Der Prozess zur Erlangung eines humanitären Visums in Mexiko muss beschleunigt werden. Dadurch wären die Migranten auf ihrer Route weniger verletzlich. Außerdem muss eine gründliche Prüfung aller Ansuchen um Flüchtlingsstatus von Migranten, die Opfer extremer Gewalt in ihrem Ursprungsland waren, garantiert sein – sowohl in Mexiko als auch in den Vereinigten Staaten.“

Ärzte ohne Grenzen betreibt Hilfsprogramme an mehreren Orten im Süden und in Zentralmexiko, wo viele Flüchtlinge aus Zentralamerika ankommen.

Ärzte ohne Grenzen behandelt seit 2011 Migranten in Mexiko: In Ixtepec führt die Organisation ein Krankenhaus und bietet psychologische Hilfe an. Zudem leisten die Teams in Blanca und Huehuetoca psychologische Hilfe. 2013 führten die Teams von Ärzte ohne Grenzen 11.323 medizinische und psychologische Sprechstunden durch. Unter den Patienten waren 1.389 traumatisierte Migranten, 837 Menschen erhielten persönliche psychologische Hilfe. In Lechería und Bojay ist Ärzte ohne Grenzen mit mobilen Kliniken unterwegs.