Guinea

Ebola-Epidemie - Ärzte ohne Grenzen entsendet Nothilfe

Im Süden des westafrikanischen Landes Guinea ist eine Ebola-Epidemie ausgebrochen. Ärzte ohne Grenzen hat deshalb einen Nothilfeeinsatz gestartet. 24 Ärzte, Krankenpfleger, Logistiker sowie Spezialisten für Hygiene und Abwasser sind bereits vor Ort. Weitere Personen werden das Team in den kommenden Tagen verstärken.

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium in Guinea hat Ärzte ohne Grenzen die Verdachtsfälle in der Stadt Guéckédou isoliert und bereitet sich darauf vor, in Macenta das Gleiche zu tun. Beide Ortschaften befinden sich in der Region Nzérékoré im Süden Guineas. "Die Isolierung ist das Allerwichtigste, um die Ausbreitung dieser hoch ansteckenden Krankheit zu verhindern", sagte Esther Sterk, Expertin für Tropenkrankheiten bei Ärzte ohne Grenzen. "Spezialisiertes Personal kümmert sich um die Patienten, die Anzeichen einer Ansteckung aufweisen."

Außerdem sind Teams von Ärzte ohne Grenzen zusammen mit den lokalen Behörden aktiv. Gemeinsam suchen sie nach Personen, die sich bei den bereits infizierten Patienten angesteckt haben könnten.

Mit zwei Charter-Flugzeugen werden 33 Tonnen Material aus Belgien und Frankreich eingeflogen. Es handelt sich um Medikamente und um technische Ausrüstung, um möglichst schnell Patienten isolieren zu können. Die Lieferung dient außerdem der Abwasserreinigung sowie dem Schutz der Teams.

Bis heute sind vom Gesundheitsministerium 80 Verdachtsfälle registriert worden. 59 Patienten starben. Ebola ist eine durch Viren verursachte hoch ansteckende Erkrankung, die laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich verlaufen kann. Die Infektion wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Zu den Symptomen zählen hohes Fieber, Erbrechen und Blutungen. Die Patienten müssen isoliert und alle Kontaktpersonen überwacht werden. Bei Epidemien richtet Ärzte ohne Grenzen daher spezielle Behandlungszentren ein.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 2001 in Guinea und führt in der Hauptstadt Conakry Projekte zur Bekämpfung von HIV/Aids durch sowie gegen Malaria in Guéckédou im Süden des Landes. Zudem reagiert die Organisation immer wieder auf Notfälle und leistete in den vergangenen Jahren insbesondere Hilfe bei Cholera- und Meningitis-Epidemien.