Darfur

Behörden drohen mit Schließung der Hilfsprogramme von Ärzte ohne Grenzen in Süd-Darfur

Ärzte ohne Grenzen ist stark besorgt über jüngste Aussagen von Vertretern der sudanesischen Regierung, dass die Aktivitäten der Hilfsorganisation in Süd-Darfur möglicherweise nach dem 31. Oktober 2008 beendet werden müssen.

Im Februar 2008 hat die niederländische Sektion von Ärzte ohne Grenzen basierend auf den Bedürfnissen von Vertriebenen und der lokalen Bevölkerung ein Abkommen mit der Landesregierung Süd-Darfurs über die Durchführung medizinischer Aktivitäten geschlossen.

Das Abkommen wurde zur Bestätigung in die sudanesische Hauptstadt Khartum geschickt. Monatelang versuchte Ärzte ohne Grenzen anschließend erfolglos, die finalen Unterschriften der sudanesischen Regierung zu bekommen.

Seither hat die Regierung Ärzte ohne Grenzen dazu aufgefordert, Personal abzubauen, bestimmte medizinische Aktivitäten einzustellen und die Mitarbeiterzahl zu limitieren. Ärzte ohne Grenzen setzt indes die Verhandlungen um die Unterzeichnung des Vertrags fort.

Seit 2004 leistet Ärzte ohne Grenzen vollständig transparent und mit Einverständnis sudanesischer Regierungsbeamten medizinische Hilfe in Darfur.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit mehr als 25 Jahren im Sudan. Während der vergangenen vier Jahre hat die Organisation in ihren Kliniken und Krankenhäusern Hunderttausende Menschen behandelt. Die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen hat dazu beigetragen, Leid zu mindern und die Gesundheitssituation der Bevölkerung zu stabilisieren.

„Jahrzehntelang haben die sudanesischen Behörden Ärzte ohne Grenzen erlaubt, im Sudan Hilfe für Menschen in Not zu leisten,“ sagt Vincent Hoedt, ehemaliger Einsatzleiter in Darfur und nun in der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Amsterdam tätig. „Wir verstehen nicht, warum sie nun versuchen, uns daran zu hindern, medizinische Hilfe für die Bevölkerung zu leisten. Es ist höchst frustrierend, da wir in Darfur noch immer deutlich einen großen Bedarf an Hilfe sehen.“