Pakistan

Ärzte ohne Grenzen weitet Hilfseinsatz für die Opfer der Überschwemmungen aus

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen verteilen in der Provinz Baluchistan erste Hilfsgüter.

Am vergangenen Wochenende hat Ärzte ohne Grenzen in Pakistan mehrere Erkundungen durchgeführt, um ein besseres Bild von den Bedürfnissen der Bevölkerung zu bekommen, die von den schlimmsten Überschwemmungen seit 80 Jahren betroffen ist. Die Organisation weitet zurzeit die Hilfsmaßnahmen auf den Wasser- und Sanitärbereich aus, und die Teams verteilen Kits mit Hygieneprodukten, Kochutensilien und anderen Hilfsgütern.

"Die Zerstörung durch die Fluten ist enorm. Einige Städte wurden vollständig weggespült. Einst kleine Bäche sind zu Autobahnbreite angewachsen und führen reißende Wassermassen mit sich, die alles zerstören, was ihnen in den Weg kommt", sagt Josep Prior Tio, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Distrikt Swat. "Viele Menschen sind vom Wasser eingeschlossen. Einige suchen auf Hügeln Zuflucht, andere sitzen auf Inseln fest, die durch die Wassermassen entstanden sind."

Sollte es zu Choleraausbrüchen kommen, ist Ärzte ohne Grenzen darauf vorbereitet, Patienten in den Distrikten Dir, Swat und Charsadda in Behandlungszentren aufzunehmen und zu behandeln. Die Organisation versorgt außerdem Gesundheitseinrichtungen in Dir und Swat mit Wasser. "Die Menschen müssen dringend Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen, um die Ausbreitung von Krankheiten wie beispielsweise Cholera, die durch verschmutztes Wasser entstehen, zu verhindern", sagt Benoit De Gryse, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Pakistan.

Entsendung weiterer Mitarbeiter wird vorbereitet

Ärzte ohne Grenzen hat zudem 750 Kits mit Hygieneprodukten, Kochutensilien, Wasserreinigungstabletten, Plastikplanen und Wasserkanistern in Sibi und Nasirabad in der Provinz Baluchistan verteilt und plant für die nächsten Tage die Ausgabe weiterer Tausender Kits in anderen Regionen.

Im Distrikt Peshawar unterstützen Mitarbeiter Einrichtungen zur Basisgesundheitsversorgung. Im Distrikt Nowshera konnten durch mobile medizinische Teams bereits 120 Patienten behandelt werden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet daran, weitere Ressourcen zu mobilisieren und bereitet die Entsendung zusätzlicher Mitarbeitern in die betroffenen Gebiete vor.

Gleichzeitig setzen Mitarbeiter Erkundungsfahrten in Khyber Pakhtunkhwa und Baluchistan fort, um festzustellen, in welchen Gebieten am dringendsten Hilfe benötigt wird. Eine große Herausforderung ist es, diejenigen Menschen zu erreichen, die durch das Wasser von der Außenwelt abgeschnitten sind. Ärzte ohne Grenzen plant den Einsatz mehrerer Hubschrauber, um solche Gebiete erkunden zu können.