Tschad

Ärzte ohne Grenzen versorgt Verletzte - Zehntausende fliehen aus der Hauptstadt

In der Hauptstadt des Tschads, N'Djamena, ist es am vergangenen Wochenende zu heftigen Kämpfen gekommen. Nachdem sich die Lage am Montag beruhigt hat, flüchten nun Zehntausende Menschen ins Nachbarland Kamerun. Seit Samstag haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen 70 Verletzte in einem Krankenhaus in N'Djamena behandelt. Es gibt jedoch Berichte, dass in weitere Kliniken mehrere hundert Verletzte eingeliefert wurden. Durch die Kämpfe war der Zugang zu den Verletzten und zu den Krankenhäusern am Wochenende sehr schwierig. Am Montag waren die Straßen voller flüchtender Menschen und ein Durchkommen nicht möglich.

Die Menschen haben sich auf den Weg in die Stadt Kousseri im Nachbarland Kamerun gemacht. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen, das in Kamerun arbeitet, wird evaluieren, welche Bedürfnisse die Flüchtlinge haben.

Kämpfe im Osten des Landes

Am Sonntag wurde auch in der Stadt Adré an der Grenze zur sudanesischen Krisenregion Darfur gekämpft. Mehrere Verletzte wurden ins lokale Krankenhaus gebracht, wo ein Team von Ärzte ohne Grenzen arbeitet. Während einige Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen evakuiert wurden, verbleibt ein chirurgisches Team, um Patienten operieren zu können. Zum Team gehören ein Chirurg, ein Anästhesist, eine Krankenschwester und ein Projektkoordinator.

Die weiteren Projekte im Osten des Landes für tschadische Vertriebene und sudanesische Flüchtlinge laufen weiter, wenn auch mit reduzierter Mitarbeiterzahl.

Aufstockung der Mitarbeiter in der tschadischen Hauptstadt

Derzeit arbeiten sieben internationale und acht nationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in einem Krankenhaus von N'Djamena. Die Organisation schickt ein zusätzliches chirurgisches Team zur Behandlung der Verletzten in die Hauptstadt. Darüber hinaus werden logistische und medizinische Mitarbeiter nach Kamerun entsendet, um dort Hilfe für die Flüchtlinge aus dem Tschad zu leisten.

Aus Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, wurde medizinisches und chirurgisches Material mit einem Transportflugzeug in den Tschad gebracht. Ein weiteres Charter-Flugzeug mit Hilfsgütern für die Vertriebenen und zusätzlichem Material für die Krankenhäuser in N'Djamena wird derzeit in Frankreich vorbereitet.