Demokratische Republik Kongo

Ärzte ohne Grenzen reagiert auf die anhaltende Gewalt im Nordosten

Seit September 2008 haben sich im Nordosten der D.R. Kongo die gewalttätigen Angriffe, die der ugandischen Rebellenorganisation Lord's Resistance Army (LRA) zugeschrieben werden, verstärkt. Dabei wurden Hunderte getötet und Tausende vertrieben. Ärzte ohne Grenzen hilft Opfern dieser Gewalt sowohl in der D.R. Kongo selbst, als auch im benachbarten Südsudan. Zudem stehen Teams bereit, um im Bedarfsfall auch in Uganda und in der Zentralafrikanischen Republik helfen zu können.

Angaben der Vereinten Nationen und verschiedener Menschenrechtsorganisationen zufolge sind während Angriffen in der Umgebung der Stadt Dungu mehr als 500 Menschen getötet und 400 Kinder entführt worden. Ärzte ohne Grenzen hatte im Oktober 2008 begonnen, in Dungu zu arbeiten. Ein Team mit fünf internationalen und zwölf kongolesischen Mitarbeitern leistet den Opfern der Gewalt Hilfe.

Ärzte ohne Genzen unterstützt lokale medizinische Einrichtungen in Limay, Ngilima, Bangadi, Faradje und Doruma. Zudem sind die Mitarbeiter mit Motorrädern und Autos unterwegs, um im Süden von Dungu mobile Kliniken für Vertriebene anzubieten. Die Organisation unterstützt zudem Krankenhäuser in Dungu, Faradje und Doruma unter anderem mit Vorräten. Nördlich von Dungu ist die Sicherheitslage zu gefährlich, um mit dem Auto zu fahren, so dass die Mitarbeiter mit dem Flugzeug unterwegs sind, um kongolesisches Gesundheitspersonal zu unterstützten und sie mit medizinischen (Notfall-)Kits zu versorgen.

Wenn es zu Angriffen kommt, fliegen Mitarbeiter in die betroffenen Regionen und nehmen schwerer verwundete Patienten mit, die eine Krankenhausversorgung benötigen. In den vergangenen Wochen sind Teams in Bangadi, Doruma und Faradje gewesen. Allerdings waren viele der Angriffe dort so schwer, dass es nur wenige Überlebende gab.

Hilfe für Flüchtlinge im Südsudan

Die Angriffe in der D.R. Kongo haben zur Folge, dass Tausende über die Grenze in den Südsudan geflohen sind. So sind beispielsweise im September 2008 rund 4.000 Menschen in die sudanesischen Städte Sakure und Gangura geflohen. Am 20. September wurde dann Sakure angegriffen. Dabei wurden zwei Kinder getötet und zwölf Kinder entführt. Nahrungsmittelreserven wurden geplündert und diverse Häuser und Autos niedergebrannt. Es gelang einem Team von Ärzte ohne Grenzen, die Region schnell zu erreichen und Plastikplanen, Seife, Kanister und Nahrungsmittel auszugeben. Medizinische Mitarbeiter unterstützten Basisgesundheitszentren und arbeiteten mit mobile Kliniken an der Grenzen zur D.R. Kongo, um mehr Menschen zu erreichen. Auch nach diesem Einsatz werden weiter Materialien an die Basisgesundheitszentren ausgegeben.

Im Januar 2009 kamen rund 2.000 Flüchtlinge in der Stadt Ezo an. Ärzte ohne Grenzen gab dort unter anderem Nahrungsergänzungsmittel an diejenigen Kinder unter fünf Jahren aus, die mangelernährt schienen.