Sri Lanka

Ärzte ohne Grenzen leistet weiterhin Hilfe in Vavuniya und errichtet Notfallkrankenhaus für 120.000 Vertriebene in Manik Farm

Zivilisten auf der Flucht im Norden Sri Lankas.

Teams von Ärzte ohne Grenzen setzen die chirurgische Hilfe im Krankenhaus von Vavuniya fort und stellen zusätzliche Lebensmittel für Vertriebene in Lagern in Vavuniya und Manik Farm bereit. Zehntausende Menschen sitzen weiterhin im Konfliktgebiet im Nordosten Sri Lankas fest und alleine im Distrikt Vavuniya wurden 200.000 Menschen vertrieben. Ärzte ohne Grenzen hat außerdem eine Vereinbarung mit den srilankischen Behörden unterzeichnet, ein Notfallkrankenhaus einzurichten, das als Referenzkrankenhaus für die 120.000 Vertriebenen in Manik Farm dienen soll, und hat die Genehmigung zum Aufbau eines post-operativen Behandlungsprogramms im Paimpamadhu Ayurvedic Krankenhaus erhalten.

Die Zahl der Verwundeten, die aus dem Konfliktgebiet im Vavuniya-Krankenhaus eintreffen, ist auf 16 Neuankünfte in der vergangenen Woche zurückgegangen. Der Grund dafür ist, dass weniger Menschen das Konfliktgebiet verlassen konnten und diese direkt in andere Krankenhäuser oder in Vertriebenenlager gebracht wurden. Die Zahl jener Verletzten und kranken Patienten, die aus den Vertriebenenlagern in das Krankenhaus kamen, hat jedoch zugenommen.

Eingriffe aufgrund von Wundinfektionen, Amputationen und Transplantationen

Im Vavuniya-Krankenhaus arbeitet ein chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen, das aus drei Chirurgen und einer OP-Krankenschwester besteht. Gemeinsam mit Angestellten des Gesundheitsministeriums haben sie in der vergangenen Woche 212 Eingriffe durchgeführt. Die meisten Operationen stehen im Zusammenhang mit Wundinfektionen, Amputationen, Hauttransplantationen und gelegentlich mit rekonstruktiver Chirurgie.

Das Gesundheitsministerium hat seine Mitarbeiter im Vavuniya-Krankenhaus aufgestockt. 84 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen arbeiten nach wie vor rund um die Uhr und helfen den Patienten beim Essen und Anziehen und kümmern sich um die Nachversorgung ihrer Wunden. Die Pfleger von Ärzte ohne Grenzen besuchen täglich  alle Abteilungen des Krankenhauses und verteilen Hilfsgüter, wie Planen, Reisetaschen, Thermosflaschen, Teller, Kleider, Windeln und Bargeld.

Die Teams  verteilen in den Lagern in Manik Farm und in fünf Übergangslagern in und um Vavuniya auch weiterhin Nahrungsergänzungsmittel an Kinder unter fünf Jahren, stillende Mütter, Schwangere, alte Menschen und Behinderte. Vergangene Woche hat Ärzte ohne Grenzen insgesamt 110.402 Portionen Zusatznahrung ausgegeben.

Post-operative Betreuung für Hunderte Patienten benötigt

Hunderte Patienten benötigen post-operative Betreuung. Einige von ihnen wurden bereits in kleinere Spitäler oder die Lager entlassen, in denen sie die benötigte post-operative medizinische Versorgung, aber nicht bekommen. In den kommenden Tagen wird ein Team von Ärzte ohne Grenzen im Paimpamadhu Ayurvedic Krankenhaus in der Nähe der Stadt Vavuniya mit post-operativer Betreuung beginnen. Jene Patienten im Vavuniya-Krankenhaus, die eine post-operative Betreuung benötigen, werden dorthin überwiesen. Die Mitarbeiter werden dort kleine chirurgische Eingriffe, Wundbehandlungen und physiotherapeutische Behandlungen durchführen.

Abgesehen von der medizinischen Hilfe in Vavuniya operiert ein Chirurgenteam von Ärzte ohne Grenzen auch weiterhin im vom Gesundheitsministerium geführten Point Pedro Krankenhaus auf der Halbinsel Jaffna.

Derzeit arbeiten insgesamt 27 internationale Mitarbeiter und 343 nationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Sri Lanka.