Kenia

Ärzte ohne Grenzen hilft durch Unruhen Vertriebenen im Westen des Landes und in Nairobi

Rund sieben Wochen nach den Wahlen in Kenia und den darauf folgenden Unruhen sind die Teams von Ärzte ohne Grenzen weiterhin sehr aktiv und reagieren schnell auf die sich verändernde Lage.

In westlichen Landesteilen kümmern sich Nothilfeteams von Ärzte ohne Grenzen um Tausende Vertriebene und unterstützen die medizinischen Einrichtungen, die ihre Aktivitäten teilweise einschränken mussten. Oberste Priorität der Mitarbeiter ist es, insbesondere den von Gewalt betroffenen vertriebenen Menschen zu helfen, aber auch für die lokale Bevölkerung den Zugang zu medizinischer Hilfe sicherzustellen.

In der Hauptstadt Nairobi haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen neue Kliniken und Erste-Hilfe-Posten eröffnet, um die Verletzten zu versorgen. Die HIV/Aidsprojekte in den Armenvierteln laufen ebenfalls weiter. Auch in Busia und Homa Bay im Westen des Landes betreuen die Teams Aidskranke und versorgen Vertriebene.

Ärzte ohne Grenzen koordiniert alle Aktivitäten mit dem Gesundheitsministerium und dem Kenianischen Roten Kreuz.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • In der Hauptstadt Nairobi arbeiten die Mitarbeiter in fünf medizinischen Einrichtungen: Mathare "Blue House", Kibera Gesundheitszentrum-Süd, Gatwekera HIV-Klinik, Silanga Gesundheitsposten und Mbagathi Distriktkrankenhaus (HIV-Klinik). Überall wurden die Kapazitäten ausgebaut und die Teams verstärkt. Die Erste-Hilfe-Posten in den Armenvierteln Kibera und Mathare sind zwar noch geöffnet, doch ist die Zahl der Patienten in den vergangenen Tagen zurückgegangen. Im Jamhuri Park, wo sich rund 380 vertriebene Familien niedergelassen haben, halten die Teams zwei Mal pro Woche Sprechstunden und geben antiretrovirale Medikamente an HIV/Aidspatienten aus. Darüber hinaus haben die Teams in Kikuyu-Stadt, Zambezi, Limuru, Ruiru, Juja und Thika den medizinischen Bedarf evaluiert. Dabei achten sie besonders auf Vertriebene, die mit HIV oder Tuberkulose leben.
  • Im Westen Kenias führten die Mitarbeiter im Stadion von Nakuru zwischen dem 8. und 12. Februar 900 Konsultationen durch. Außerdem haben sie zusätzliche Nahrung an unterernährte Kinder ausgegeben und alle Unterfünfjährigen gegen Masern und Polio geimpft. Die Aktivitäten in Naivasha wurden am 8. Februar an andere Hilfsorganisationen übergeben. In drei großen Lagern nahe Kitale - Cherangani, Endebess und Kitale Showground - leisten die Teams umfassende medizinische Hilfe.

Die Aktivitäten schließen auch die Trinkwasser- und sanitäre Versorgung sowie Gesundheitsaufklärung ein. Zudem besuchen die Mitarbeiter regelmäßig acht kleinere Lager nahe Kitale und helfen dort, wo es nötig ist. In der Stadt Eldoret kümmerten sich die Teams anfangs um die Vertriebenen an zwölf Standorten innerhalb der Stadt sowie in umliegenden Dörfern. Da inzwischen mehr Hilfsorganisationen vor Ort sind, wurden diese Projekte am 21. Januar an andere Akteure übergeben. Im Distrikt Kericho nahm ein dreiköpfiges chirurgisches Team am 8. Februar die Arbeit im dortigen Krankenhaus auf.

  • Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen sind vor allem in den ländlichen Regionen im Westen unterwegs. So können sie die Menschen versorgen, die entweder sehr isoliert leben oder kaum Zugang zu medizinischer Hilfe haben. In einigen Regionen hält die Gewalt an. Diese mobilen Teams führen Konsultationen durch, impfen Kinder gegen Masern und Polio, verteilen Zusatznahrung an unterernährte Kinder oder dringend benötigte Hilfsgüter wie Decken, Moskitonetze oder Seife. Manchmal verbessern sie auch die Trinkwasserversorgung. Die Teams sind aktiv in den Distrikten Mount Elgon, Molo, Kuresoi, Kisii, Londiani, Kipkelion und Narok.
  • In den kommenden Tagen sind zudem Erkundungsfahrten in folgenden Ortschaften geplant: Molut, Nyahururu, Baringo, Laikipia.

Die langfristigen Projekte in Busia, Homa Bay und Kacheliba laufen wie gewohnt weiter.