Die Gewalt eskaliert an sehr vielen Orten
Der Südsudan steckt in einer der schwersten und komplexesten humanitären Krisen der Welt: bewaffnete Kämpfe und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen sowie massenhafte Vertreibung betreffen die Menschen inzwischen an sehr vielen Orten. Hinzu kommen wiederkehrende großflächige Überschwemmungen. Zu den Folgen zählen Mangelernährung oder eine erst vor Kurzem zum Ende gekommene Choleraepidemie – in einem Land mit chronisch unterfinanzierten Gesundheitssystem. Sehr viele der 1.400 Gesundheitseinrichtungen im Südsudan verfügen über zu wenig Personal, Medikamente und medizinisches Material.
2 Millionen leben im Südsudan als Vertriebene im eigenen Land, hinzu kommen u.a. fast 600.000 vor dem Krieg im Nachbarland Sudan geflohene Menschen. Bereits 2025 benötigten rund 9,3 Mio. Menschen im Südsudan humanitäre Hilfe - das entspricht etwa 72% der Gesamtbevölkerung. Internationale Hilfsgelder schwinden zunehmend und humanitäre Organisationen werden aufgrund von Angriffen auf Personal und medizinische Einrichtungen immer wieder in ihrer Arbeit für die Bevölkerung zurückgeworfen. Dabei stellen sie 80% der Gesundheitsversorgung.
So helfen wir
Medizinisch versorgen
Geburten begleiten
Psychosozial unterstützen
Mangelernährung behandeln
Wasser- und Sanitärversorgung sichern
Gesundheitspersonal ausbilden
Unsere Forderungen an die deutsche Bundesregierung
- Regionale Gemeinsamkeiten adressieren: Die Krise im Südsudan ist einzigartig. Gleichzeitig stellen sich in den Ländern der Region gemeinsame Herausforderungen bei den Themen Vertreibungen, Krankheitsausbrüche und sinkende globale Mittel. Beide Perspektiven müssen in den Blick genommen werden.
- Diplomatie verstärken: Die Bundesregierung sollte gegenüber allen Konfliktparteien im Südsudan die humanitäre Diplomatie intensivieren und auf die Einhaltung des humanitären Völkerrechts drängen. Nur so können Zivilist*innen und die Gesundheitsversorgung geschützt werden.
- Zugesagte Mittel zügig umsetzen: Die bei der Sudan-Konferenz in Berlin 2026 zugesagten Finanzen für Nachbarn des Kriegslandes wie den Sudan müssen zügig und vollständig in die Praxis überführt werden: Nur so kann die Gesundheitsversorgung gestärkt und der Zugang zu Hilfe sichergestellt werden.
Südsudan: Gleichzeitigkeit der Krisen
Die Choleraepidemie ist ein Symptom für die tiefsten Schwachstellen des Südsudans: systemische Vernachlässigung, anhaltende Gewalt und ein fragiles, unterfinanziertes Gesundheitssystem.
Ilse De Boer, unsere Stellvertretende Medizinische Koordinatorin
Hintergrund
Südsudan ist seit 2011 unabhängig. Der Gründung des jüngsten Staates der Erde gingen zwei Bürgerkriege in Sudan voraus (1955-1972, 1983-2005). Doch auch nach der Unabhängigkeit befindet sich Südsudan in bewaffneten Konflikten um politische Macht und Ressourcen.
Vor allem kämpfen Regierungstruppen gegen Opposition und Rebellen. Zusätzlich verlaufen Konfliktlinien entlang ethnischer Gruppen und mit ihnen verbundenen Milizen. Südsudan ist reich an natürlichen Ressourcen, insbesondere Öl. Und der Kampf um Kontrolle über Ölfelder - etwa in den Staaten Unity und Oberer Nil – ist auch eine wichtige Dimension des Konflikts.
Das 2018 geschlossene Friedensabkommen hat für einige Zeit zu einer gewissen Befriedung geführt, jedoch stockt die Umsetzung des Abkommens, und seit 2024 eskaliert die Gewalt im Land wieder. Derweil kürzen zahlreiche Geberländer die finanziellen Mittel für das ohnehin schon fragile Gesundheitssystem oder ziehen diplomatisches Personal ab. In der Folge erhält die Krise im Südsudan zunehmend weniger Aufmerksamkeit – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung.
So können Sie helfen
Wir bieten Ihnen vielseitige Möglichkeiten, unsere humanitäre Arbeit zu unterstützen.
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Alle LänderZuletzt aktualisiert am: 25. Juni 2026