Zugang zu Medikamenten

In der Blue House Clinic in Kibera behandelt Ärzte ohne Grenzen unter anderem Aids und TB.

Die meisten Krankheiten in ärmeren Ländern sind heutzutage behandelbar, dennoch müssen jedes Jahr Millionen Menschen sterben, weil sie und ihre Regierungen zu arm sind, um sich die notwendigen Medikamente leisten zu können. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass in den meisten Fällen neuere Medikamente nur von einer einzigen Firma hergestellt werden, die so einen sehr hohen Preis diktieren kann. Dies liegt an einer restriktiven Anwendung des internationalen Patentrechts.

Patente können dramatische Auswirkungen auf den Zugang von Patienten zu Medikamenten haben, wenn sie dazu benutzt werden, Wettbewerb zu verhindern. Hält ein Arzneimittelhersteller Patente auf Medikamente, so hat er das Recht, andere an dessen Herstellung zu hindern, und kann durch sein Monopol einen künstlich hohen Preis verlangen.

Bei Konsumgütern ist dieser Mechanismus nicht weiter schädlich. Wenn aber lebensnotwendige Behandlungen von Krankheiten wie HIV/AIDS oder Krebs für Patienten nicht mehr bezahlbar sind, können die Folgen fatal sein - und sind es auch. In ärmeren Ländern, in denen die Menschen Arzneimittel aus ihrer eigenen Tasche bezahlen müssen und nur selten eine Krankenversicherung haben, wird der hohe Preis eines Medikaments zu einer Frage von Leben und Tod. Dabei sieht das internationale Patentrecht durchaus Ausnahmen vor, mit denen Ländern patentfreie Produktion von kostengünstigen Nachahmer-Medikamenten (Generika) ermöglichen können. Nach der Erfahrung von Ärzte ohne Grenzen führt erst dieser Wettbewerb zu Preissenkungen, die die breite Verwendung in armen Ländern ermöglichen.

Großteil der Menschen ohne Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten

Ärzte ohne Grenzen kann nicht akzeptieren, dass ein Großteil der Menschen weltweit keinen Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten hat. Daher unterstützt Ärzte ohne Grenzen z.B. den Einsatz von Flexibilitäten im bestehenden internationalen Patentrecht, beispielsweise das Einführen von Zwangslizenzen, die Generikaproduktion und -import auch bei bestehenden Patenten ermöglichen.

Informationen zu unseren aktuellen Kampagnen finden sie hier.

 

Publikationen zu Zugang zu Medikamenten

01. Juli 2014

Untangling the Web of Antiretroviral Price Reductions, 17th Edition

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Englisch
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Die 17. Auflage dieser Publikation bereitet Informationen zur Herstellung und zu den Preisen antiretroviraler Medikamente neu auf und konzentriert sich auf einige wenige zentrale Medikamente und Behandlungspläne. Weiterhin werden Chancen und Risiken angesprochen, die Preise für antiretrovirale Medikamente auf einem bezahlbaren Niveau zu halten.

01. März 2014

Issue Brief: Ready, Set, Slow Down: New And Promising DR-TB Drugs Are Grabbing Headlines But Not Reaching Patients

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Englisch
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Die ersten neuen TB-Medikamente seit mehreren Dekaden sind inzwischen unter bestimmten Bedingungen für den Markt zugelassen, bleiben aber größtenteils unerreichbar für Patienten. Medikamente, die eigentlich für einen anderen Zweck zugelassen sind, sich aber als effektiv gegen

01. Januar 2013

The Right Shot: Extending the reach of affordable and adapted vaccines

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Englisch
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Impfungen sind einer der effektivsten Wege, um Kindersterblichkeit zu reduzieren. Trotzdem ist jedes fünfte Kind unter einem Jahr nicht vollständig geimpft und läuft Gefahr, an vermeidbaren Krankheiten wie

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