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Sahelzone: Krisenherd und Drehkreuz für Flüchtende

Die Menschen in der Sahelzone leiden unter einer schweren humanitären Krise: Auswirkungen der Klimakrise, schlechte Ernten, Ernährungsunsicherheit, anhaltende Konflikte und Gewalt, Armut und Vertreibung. Insbesondere die Menschen in Burkina Faso, Niger und Mali sind davon betroffen. Hinzu kommen Tausende Geflüchtete aus anderen Ländern, für die die Region zum Drehkreuz auf ihrer Suche nach Schutz und einer Perspektive geworden ist.

Auf der Suche nach Sicherheit

In der Grenzregion von Burkina Faso, Mali und Niger kommt es immer wieder zu Konflikten und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen nichtstaatlichen Gruppen. Tausende Menschen mussten deshalb aus ihrer Heimat fliehen. Gleichzeitig begeben sich immer mehr Menschen aus südlicheren afrikanischen Ländern auf den gefährlichen Weg durch die Sahelzone, um in einem der nördlichen Länder Schutz zu suchen. Von dort versuchen einige in ihrer Verzweiflung, in seeuntauglichen Booten das Mittelmeer zu überqueren. Andere fliehen aus Libyen oder werden aus Algerien in die Sahelzone abgeschoben.  

Neben der grundlegenden medizinischen Hilfe in unseren Projekten in Burkina Faso, Mali und Niger sind insbesondere unsere Einsätze entlang der Migrationsrouten eine Reaktion auf die Kriminalisierung von Fluchtbewegungen. Die zunehmend restriktive Gesetzgebung, die eher Grenzen als Menschen schützt, hat zur Folge, dass die Wege der Schutzsuchenden immer gefährlicher werden und sie weiterer Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind. 

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Burkina Faso

Mehr als eine Million Menschen wurden in Burkina Faso zur Flucht gezwungen. Viele von ihnen leben in notdürftigen Unterkünften ohne genügend Nahrung und Wasser. Das Gesundheitssystem liegt in Trümmern. Aufgrund der besorgniserregenden Sicherheitslage wurden in mehreren Gebieten hunderte Gesundheitseinrichtungen geschlossen. Immer wieder verschärfen schlechte Ernten das Risiko, an Mangelernährung zu erkranken.  

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Geflüchtete Frau mit Kindern vor Zeltlager
©MSF/Caroline Frechard

Mali

Seit der Besetzung des Nordens von Mali durch bewaffnete Gruppen 2012 kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Der Konflikt hat sich inzwischen auch auf das Landeszentrum ausgeweitet. Die Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und staatlichen Streitkräften führt dazu, dass sich immer mehr Hilfsorganisationen zurückziehen müssen. Und dass in einer Situation, in der medizinische Hilfe dringender denn je gebraucht wird. Für die Betroffenen sind, gerade in den ländlichen Regionen, Hilfsangebote im Notfall oft unerreichbar.  

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Arzt untersucht Patienten mit Stethoskop
©Paul Lorgerie

Niger

Für Hunderttausende Menschen ist der Niger trotz der bestehenden humanitären Krise im Land zur Zwischenstation geworden. Die Geflüchteten, die von Algerien in den Niger abgeschoben werden, berichten von willkürlicher Haft, Misshandlungen und sexualisierter Gewalt bevor sie grenznah mitten in der Wüste ohne Orientierung, Nahrung oder Wasser ausgesetzt wurden. Andere erreichen den Niger aus Libyen. Sie fliehen vor willkürlicher Inhaftierung, Folter, Ausbeutung und anderen Menschenrechtsverletzungen. Hinzu kommen Flüchtende aus südlicheren afrikanischen Ländern, deren Suche nach Sicherheit sie nach Norden führt.

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Eine Gruppe von Menschen geht durch die Wüste
©Pape Cire Kane/MSF